16 Dezember 2014

Der Duft von Kaffee

Die Kaffeekultur scheint in den letzten Jahren eine wahre Renaissance zu erleben. Für viele Menschen ist Kaffee das erste Nahrungsmittel, welches sie ihrem Körper morgens zuführen. Mich macht er wach, beruhigt zugleich und ist auch ein gesellschaftliches Bindeglied. Denn wer trifft sich nicht gern "auf einen Kaffee", selbst wenn der Gesprächspartner dann Kakao oder Tee trinkt, weil er Kaffee nicht mag. Doch Kaffee nicht zu mögen scheint für mich tief verwurzelt mit der Kaffeekultur der Zeit maschinengebrühter Plörre. Oft viel zu bitter, zu lau, zu wässrig. So ging es mir auch mit einer dieser neuartigen Kaffeepadmaschinen, die zwar praktisch, aber nicht genussversprechend sind.
So entwickelte ich mich " zurück " zu Handmühle, Bohnen, französischer Presse, Bialetti-Kocher und Porzellanfilter. Bohnenqualität und -herkunft wurden wichtiger - vor allem als mir durch Berichte klar wurde, was konventioneller Kaffeeanbau bedeutet und dass wegen der Spritzmittel z.B. viele Kinder der Pflückerinnen behindert geboren werden. Kaffee wird mittlerweile nur fair gehandelt gekauft, über Kaffeekooperativen wie die der Zapatisten in Mexiko oder in lokalen Röstereien.

Thirdwave hört sich an wie ein neues Musikgenre und kann als neues Genre der Kaffeekultur über setzt werden.  Nach massenkompatiblem Filterkaffee à la Eduscho und der To-Go-Welle, surfen wir nun auf der Welle von Qualität, Transparenz und Genuss. Die Liebe zum Produkt -von der Farm auf der die Bohne am Strauch wächst, über die Sortierung, den Import, die Röstung bis zur Zubereitung - sie wird schnell deutlich. Ich möchte ganz unbedingt anmerken, dass ich absolute Laie bin und auf Spezialisten und wahre Kenner verweise, die das Ganze leidenschaftlich ausüben - drei von ihnen findet ihr im nächsten Abschnitt. Dieser positive Hype, der die Menschen wieder näher zusammen und den Gedanken der Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rückt, er gefällt mir und ich kann mich gut mit ihm identifizieren. 
                                                        
Dieses Jahr habe ich mich nun dazu entschlossen beim Thirdwavecoffeewichteln mitzumachen und 'regionalen' Kaffee zu verwichteln. Es besteht die Möglichkeit national oder international zu wichteln und jemanden mit gutem Kaffee eine Freude zu machen. Natürlich kann man sich selbst auch freuen, in den Genuss ganz spezieller Böhnchen zu kommen. Initiiert wird das ganze von drei sehr Großen im Bereich der Thirdwavekultur in Deutschland: André Krüger, Markus Reuter und Thorsten Keller.                                    
                                     
Die Idee finde ich großartig und mit Verkündung eines Wichtelpartners in Ganzwoanders bin ich fast umgekippt vor Freude. Kenianischer Kaffee aus der Kieler Rösterei Loppokaffeeexpress, die mit Fahrradverkaufsstand auf Kieler Wochenmärkten und mittlerweile in ihrem eigenen Café zu finden sind, machte sich nach allerbester Beratung auf die lange Reise.                                                             
Nun lehn ich mich zurück und lass mich überraschen. Wie das Wichteln ausgeht, wohin mein Paket ging und woher ich Kaffee bekomme, ob er überhaupt ankommt etc., werde ich euch berichten!

1 Kommentar:

  1. Ui - das klingt spannend! Ich freu mich über weitere Berichte vom Kaffee aus fremden Landen! : )

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Danke und Ahoi!