10 Dezember 2014

Schenken oder nicht schenken?

Weihnachten ist in meiner Erinnerung die prunkvollste Zeit des Jahres. Bei uns wurden schon im November die Bäume im Garten mit Lichterketten behangen, Orangen mit Nelken gespickt, hunderte bunte Plätzchen gebacken. Es ist die Zeit von heißem Tee und vorgelesenen Geschichten, Weihnachtsmärkten bei klirrender Kälte und einem Berg von Geschenken unter dem Weihnachtsbaum. Dieses Jahr wird es aber ein wenig anders. Zwar wird es für Herrn Freund ein kleines Geschenk geben und gewichtelt wird auf der Arbeit auch, doch werde ich mich in Verabredung mit der eigenen und der Freundfamilie dem Massenkonsum in diesem Jahr entziehen.
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Eigentlich bin ich leidenschaftliche Schenkerin und freue mich wahnsinnig schöne Dinge zu suchen, finden, verpacken und die Freude beim Auspacken zu sehen. Doch irgendwie spüre ich, dass durch den gesamten Konsumoverflow, gerade bei Kindern und Jugendlichen (neiin, nicht alle!!), die Luft schon am späten Heilig Abend raus ist. Wenn statt des Gewünschten andere Geschenke auftauchen, kann es auch mal ungemütlich werden. Es läuft häufig auf die gleichen Geschenke hinaus (der Schal für den Vater, der Kalender für die Oma, der Krimi für die Schwester - kommt es euch bekannt vor?) und nach dem Aufreißen der Pakete fehlt oft das nachhaltige Gefühl von Freude - wobei ich meist Geld geschenkt bekommen habe, was dem klammen Studierendenbudget sehr geholfen hat um größere Wünsche zu erfüllen, doch da muss ich dann halt Abstriche machen ;). Außerdem liebe ich überraschende, individuelle Geschenke und erfreue mich sehr oft im Alltag an ihnen.
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Ich werde mir die unendliche Rangelei in Kaufhäusern sparen und den Paketboten nicht mit zusätzlichen Onlinebestellungen überlasten. Stattdessen werde ich das gesparte Geld spenden (derzeit schwebt mir vor eine Summe für einen Esel zu spenden oder mehrere kleine Projekte zu unterstützen) und mich an der Besinnlichkeit des Festes mit seinem ursprünglichen Gedanken erfreuen.
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Ich sehe es als Experiment und berichte, ob das "Gefühl Weihnachten" trotzdem aufgekommen ist und ich überhaupt durchgehalten habe. ↪Am schlimmsten werden wohl die Momente in denen die Verwandten noch schnell ein Päckchen hervorzaubern, obwohl man ja "Nichts" schenken wollte und einen dann enttäuschte Augen ansehen, weil man sich an die Vereinbarung gehalten hat.

Eine andere Sichtweise auf das Schenken zu Weihnachten könnt ihr ganz aktuell bei Vera finden. Wie ist es bei euch? Beschenkt ihr euch gegenseitig in Hülle und Fülle, gibt es ausgewählte, gezielte Wünsche, die erfüllt werden oder auch ein geschenkloses Fest?
Habt es wundervoll! 

Kommentare:

  1. Oxfam ist herrlich, da habe ich auch schon das ein oder andere Mal gespendet - und diese Spende sozusagen verschenkt. An den Vater, die Steifmutter, die Ex-Schwiegereltern in Spe und co. Denn eigentlich ist nun wirklich alles da, was sie brauchen. Dazu ein par selbstgebackene Plätzchen und fertig waren die Geschenke. Und ich muss sagen, das kam immer bei allen gut an und ich finds ne wirklich gute Sache.
    Mein Plan in diesem Jahr war, nur selbstgemachtes zu verschenken. Aber aufgrund des Zeitmangels wurde daraus: ich verschenke nur was an mama, Papa und Bruder. Und daran halte ich mich einfach. Anstatt hier noch ne Kleinigkeit und dort eine zu besorgen, so wie es mir eigentlich eher entspricht, lasse ich das in diesem Jahr, schreibe fleißig Weihnachtspostkarten für alle mir lieben Leute und freue mich auf nicht in Geschäfte rennen müssen. : )
    Lass es Dir gut gehen Franse! Julika

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    1. Ach Julika, genauso finde ich es toll. Sich selbst nicht unter Druck setzen und durch sein eigenes Handeln, also die Spende, andere miteinzubeziehen. Das hört sich jetzt an als sei man durch Spenden ein besserer Mensch. Nein, aber ich glaube ein glücklicherweise Mensch.
      Kleine Geschenke finde ich auch oft viel "schöner" als wenn Fernseher, Laptop und Co den Besitzer wechseln.
      Hab es einfach schön in den letzten Tagen vor Weihnachten und lass den Geschenkestress draußen ;)

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  2. Ich bin ganz klar ein Nichts-Schenken-Befürworter. Vor allem an Weihnachten. Ich kriege die Krise, wenn ich höre, dass andere unfassbar viel Geld für Geschenke ausgeben. Und am Ende bekommt man dann für unfassbar viel Geld Kram, den man gar nicht braucht. Stattdessen soll doch lieber jeder eine für ihn angemessene Summe ausgeben, um sich selbst etwas zu kaufen, dass er wirklich möchte (und ganz ehrlich: wenn ich selbst schon zu geizig bin, mir etwas zu kaufen, warum soll es dann ein anderer machen?). Nun ist es bei mir auch so, dass ich wirklich recht wunschlos glücklich bin. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, mir etwas zu schenken, was ich nicht brauche, ist relativ hoch. Klar, jeder freut sich über eine nette Kleinigkeit. Aber ehrlich gesagt, habe ich auch da das Gefühl, dass viele Leute sich über gar nichts mehr freuen. Man überreicht sich an Weihnachten irgendwas. So. Abgehakt. Fertig. Auf zum nächsten Punkt. Stattdessen überlegen der Mann und ich uns lieber, ob wir nicht irgendwas gemeinsam haben wollen. (Und auch da fällt uns selten etwas Besseres ein, als ein neues Brettspiel.)
    Ein wenig anders sehe ich das bei Menschen, die kein Geld haben, um sich selbst zu holen, was sie sich wünschen, wie Kindern oder Studenten. Denen schenke ich auch gerne etwas. Aber das war's dann auch.
    Stattdessen spende ich auch jedes Jahr an Oxfam oder eine Umweltschutzorganisation. Da ist mein Geld besser aufgehoben.

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    1. Es ist schön zu hören, dass du wunschlos glücklich bist. Das mag ich sehr, denn es zeigt doch, dass gerade materiell keine Not in unseren Gefilden vorhanden ist und z.B. ein Brettspiel für euch von größerer Bewandnis ist, weil es nun mal schön ist so etwas gemeinsam zu machen. Und an andere zu denken ist ja sowieso sehr sehr löblich :)

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  3. Liebe Franse,
    ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Gerade letztes Weihnachten fand ich die Geschenkeflut viel zu viel (klar, die ersten Enkel, da haben die Großeltern zugeschlagen). Für dieses Jahr haben wir uns darauf geeinigt weniger zu schenken und auch zwischen Schwager, Schwägerin und so auf die Geschenke zu verzichten. Ganz ohne Geschenke kann und will ich aber nicht, dafür macht es mir einfach viel zu viel Spaß Geschenke auszusuchen und zu sehen, wie der Beschenkte sich freut. Ich sammele schon das ganze Jahr über Ideen und notiere sie mir in einem kleinen Büchlein. Außerdem werde ich selbst gerne beschenkt. :-)
    Ich bin mal gespannt, wie es dieses Jahr bei uns wird und ob tatsächlich weniger Geschenke unter dem Baum liegen werden.
    An Oxfam habe ich auch schon mal gespendet, bzw. "verschenkt", aber da kam u.a. der Kommentar, das wirke ein wenig "überheblich weltverbesserisch". Seitdem spende ich nur privat ganz still und leise.
    Ich bin auf deine Erfahrungen gespannt.
    Liebe Grüße,
    Kerstin M.

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    1. Für kleine Kinder hat das Fest auch noch diesen Zauber inne und wie du schon sagst, sie sind mit weniger genauso glücklich. Manchmal finde ich es auch schön unter Erwachsenen einfach Zeit zu verschenken und diese gemeinsam "schön" zu verbringen :)

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  4. wir schenken, aber ich überlege gerade tatsächlich, ob ich nicht vielleicht Hühner verschenke...!?

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  5. ich schenke schon, allerdings mehr selbst gemachtes, als gekauftes. ich kann deine einstellungs ehr gut verstehen, manchmal würde ich es gern auch so machen, aber ganz konnte ich mich noch nicht überwinden, das in der familie so anzuregen. ich freue mich ja doch zu sher, wenn ich anderen mit wirklichen überraschungen eine freude machen kann und ich werde selbst auch oft von geschenken überrascht. aber klar, dazu braucht es kein weihnachten. ich steh mit weihnachten eh so ein wenig auf kriegsfuß, so ganz weiß ich nämlich nicht, was ich von diesem fest halten soll...

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    1. Interessant, dass man von vielen hört, dass Weihnachten irgendwie "seltsam" ist. Es wird so viel Bromborium gemacht und durch den ganzen selbstauferlegten Stress wird so viel wieder zunichte gemacht. Selbst etwas zu basteln finde ich persönlich richtig gut und freue mich darüber oft mehr als über ein unnötiges gekauftes Geschenk. ;)

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  6. Ich finde das Vorhaben spannend und die Idee schon alleine deshalb gut, weil sie dazu führt sich mal mit dem ganzen Geschenke-Hype auseinanderzusetzen.
    Ich finde einfach, das Ganze hat Ausmaße erreicht.... Muss Mann denn außerhalb der Familie schenken? Und brauchen Kinder gleich mehrere Mega-Geschenke an einem Abend? Und warum schenkt man überhaupt? Wirklich damit der andere sich freut?

    Bin gespannt, was du noch über das Thema schreibst!

    Weihnachtliche Grüße ;) ,
    Vera

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    1. Warum werden eigentlich immer und überall Pakete hin- und herumgereicht? Ob da der soziologische Tauschgedanke noch mitspielt? Ich glaube es ist einfach ein Sozialisierungsprozess unserer Wohlstandstandsgesellschaften. Es steigert sich von Generation zu Generation und wir sind nun mal in Zugzwang ;) Doch hoffe ich weiter darauf, dass der Gedanke von Nachhaltigkeit und DIY sich weiter verbreitet als bisher.

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  7. Bei uns bekommt nur das Tochterkind Geschenke, wir Erwachsenen haben stattdessen seit Jahren ein Patenkind bei Plan International für das wir alle den gleichen Betrag spenden. Wir erfreuen uns dann an den Briefen und Bildern, die wir übers Jahr von unserem Patenkind bekommen haben. Mein mann und ich schenken uns zusätzlich immer noch etwas schönes für unser maison, das wir uns gemeinsam aussuchen, ein Bild oder etwas tolles für die Küche. Wir hatten es nämlich auch satt, jedes Jahr so Zwangsgeschenke machen zu müssen, die bei den anderen dann nur rumstehen.
    Liebe Grüße und besinnliche Tage,
    Dani

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    1. Das hört sich ja wirklich toll an! Schön, weil ihr das ganze Jahr noch an Menschen bzw. das Patenkind denkt und über Plan international ja wirklich Bildung und Zukunft geschenkt wird. Wenn man dann noch an sich denkt, aber eben Wünsche erfüllt, wie für euer Traumferienhäuschen, dann kann Weihnachten doch kommen :)

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  8. Wir hatten auch ein paar Jahre völlig auf Geschenke verzichtet, aber es hat sich langsam wieder eingeschlichen (obs an Kaspar, Melchior und Baltasar liegt, die ja auch Gaben gebracht haben?). Ich selbst verschenke unheimlich gerne - am liebsten Zeit. Zum Beispiel einen Tag Urlaub für Mama, um mit ihr Shoppen zu gehen..oder eben Selbstgemachtes (von mir selbst oder auch von anderen gekauft oder getauschtes), den schenken macht doch so viel Freude :o)
    Viele Grüße
    Carolin

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    1. Die Vermutung des Einschleichens macht sich hier auch breit, wobei in diesem Jahr alles wirklich reduziert bleibt..

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  9. Auch ich habe dieses Jahr überlegt, ob ich das Geld nicht lieber Spenden soll.
    Ganz getraut habe ich mich noch nicht, das wir es nicht vereinbart haben. Jedoch habe ich mit dem Gedanken gespielt eine Patenschaft zu verschenken. Das werde ich dann wohl im nächsten Jahr machen.
    Ich finde es ganz toll, dass du es so taff durchziehst, bzw bin schon gespannt auch die Reaktionen.
    LG, Martina

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    1. Man kann bei oxfam ja zum Beispiel auch einen Betrag für Hühner, Schulbücher etc.spenden Und bekommt dafür bspw eine kleine Aufmerksamkeit, die stellvertretend an die Verwandtschaft verschenkt werden kann..die Idee mit der Patenschaft finde ich übrigens super ;)

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  10. Hallo liebste Franse.
    1. Ich liebe deine Retrospektive. Bitte nicht weglassen. Lieber einfach unregelmäßig. Ich träume doch immer so bei deinen Meer- und Naturbildern.
    2. Das Geschenkethema beschäftigt mich auch jedes Jahr ein bisschen mehr. Dieses Jahr hab ich mit dem Mister ausgemacht, dass wir uns gegenseitig einen Tagesausflug schenken. Macht zwei tolle Auszeiten zu zweit. Und mit meinen Geschwistern wollte ich schon lange ein gemeinsames Wochenende verbringen. Jetzt schenkt jeder von uns je nach Budget den anderen beiden ein Erlebnis in der gewählten Stadt. So ist der Konsum dieses Jahr zumindest etwas eingeschränkt. :)
    Liebste Grüße zu dir, hab ein ganz tolles Wochenende,
    Eva

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    1. Wie toll ist denn das bitte? Das fördert ja neben der gemeinsamen Zeit noch Betriebe / Veranstalter etc. vor Ort. Sehr schön!! Lasst es euch gut gehen :-)

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Danke und Ahoi!