14 Januar 2015

Konsum? Verzicht!

Nahezu täglich besuchen wir Supermärkte, Drogerien, Cafés, surfen durch Onlineshops und laufen noch schnell zum Buchladen, wenn ein neuer Einrichtungsschinken erscheint. Irgendwie sieht man auf den Blogs und sozialen Netzwerken nur noch Bilder von Hauls. Als wäre es nicht schon schlimm genug sich zu Weihnachten, Ostern und Midsommer (würde mich nicht wundern) mit Konsumgütern zu beschmeißen, von beschenken kann bei den Massen kaum mehr die Rede sein, zeigen wir der Welt auch noch, was wir so alles besitzen. Nicht, dass Besitz schlecht ist, doch wenn ich mich nur noch darüber identifiziere und nicht mein Charakter, Habitus oder Wissen zählt, sondern die neuesten Einkäufe mit den dicksten Preisschildern, die dann noch die meisten Klicks bekommen, dann kann etwas nicht stimmen. Noch dazu lassen mich so manche Bilder und Gedanken, vor allem bei Instagram, nur noch gähnen, denn einfach nur die Must-haves dänischen Designs -ohne einen Funken von Individualität und Seele- in die IKEA-Wohnung zu stellen, langweilt mich und viele andere mittlerweile zutiefst. Wohingegen jeder lebendige Wohnraum, gefüllt mit Sammlung und Herz, jeden mit wahrer, nachhaltiger Freude erfüllt.

Manchmal kommt mir ein wenig Kotze hoch, wenn ich schon wieder ein Bild von einem vollgestopften Einkaufswagen sehe, gefüllt mit billigsten Dekoartikeln (da ich einige Zeit bei einem der führenden Großhändler Deutschlands gearbeitet habe, muss ich immer wieder hämisch grinsen, wenn ich es sehe. Margen so hoch wie die Milchstraße entfernt, irgendwie müssen die Lüftungsanlagen wegen der ekelhaften Dämpfe ja bezahlt werden. --> Blabla, lass sie nur reden!) oder Textilien, die beim ersten Anblick Krebs auslösen. Dazu dann nicht mal ein Hauch von unguten Gefühlen, wenn die billigen Fake-Möbel aus Großbritannien bestellt werden, sondern ein großkotziges "Qualitativ kein Unterschied!" das Ganze noch untermalt. Man sitzt halt lieber Billigmöbel mit dem Breitarsch platt und kauft nächstes Jahr neu, damit die armen Menschen in Drittweltländern auch weiterhin fast unbezahlt tätig sein können. Ihr merkt, ich mag diese Grundeinstellung von "Hauptsache billig" oder "Unbedingt kaufen, weil es so viele grad haben" ganz und gar nicht. Böse Worte? Nein, ehrliche Worte! Ihr wollt Honig um den Mund geschmiert bekommen? Dann klickt weiter!


Wo ist die Kreativität aus vorhandenen Dingen etwas neues zu zaubern? Wo der Gedanke der Nachhaltigkeit, wenn ich mir doch andauernd noch mehr in die Wohnung stelle, obwohl Dachboden und Keller zum Zerbersten gefüllt sind? Zufriedenheit scheint sich mittlerweile zu einem Fremdwort zu wandeln, denn sie bricht schneller als jede Welle. 

In den letzten Monaten bin ich so oft zur Postfiliale gelaufen, entweder um Pakete abzuholen oder sie wieder zurückzuschicken, dass ich mich schlecht fühlte. Weder für das Studium, noch für mich, den Blog oder das Leben brauchte ich das alles. Einige Dinge waren Bonbons für das Durchhalten, Händchen halten und weitermachen. Andere waren nötig, weil die neue Wohnung danach schrie oder etwas kaputt gegangen ist. Doch was braucht man wirklich? Setzen wir uns damit überhaupt noch auseinander?
Source 
Ich selbst möchte versuchen meinen unnötigen Konsum abzustellen und mich auf das zu konzentrieren, was ich, was meine Seele braucht. Da ist ein Besuch einer Kunstausstellung oder des Parks manchmal heilsamer, als jede neue DHL-Lieferung oder der letzte Outlet-Schnäpper. Natürlich werde ich weiterhin von Sonnenstrahlen geküsst Kaffee trinken gehen, duftende Blumen kaufen, Lebensmittel, Drogerieartikel und auch das ein oder andere Buch. Doch ich möchte jede Kaufentscheidung ganz bewusst tätigen und wenn sie sich danach als unnötig herausstellt, dann versuche ich anderen damit eine Freude zu machen. Vielleicht braucht ja jemand von euch unbedingt eine neue Tasche, Vasen oder Geschirr ;) Was meint ihr, ob ich bis Ende März durchhalte? Vielleicht sogar länger? Habt ihr selbst ähnliche Erkenntnisse und spürt auch diese Übersättigung?

Erwischt wurde, wer nun beleidigt dreinblickt!

Kommentare:

  1. Perfekt!
    Ich war gestern in der Stadt unterwegs, hatte ich doch zu Weihnachten zwei Klamottengutscheine bekommen. Und ich habe keinen eingelöst. Ich habe den Schrank voll und ich brauche nicht das x´te schwarze T-Shirt. Also werden die Gutscheine jetzt aufgehoben, bis ich wirklich etwas benötige. Aber wenn etwas in den Schrank kommt, muss etwas anderes kaputt sein oder aussortiert werden.

    Leider überkommt mich auch oft das "haben wollen" Gefühl, wenn ich in Deko Läden bin oder hier in Blogs rumstöbere... wie oft packe ich Einkaufskörbe voll, ob real oder virtuell, um dann kurz vor der Kasse nochmal inne zu halten und es wieder auszupacken. Brauche ich doch eigentlich nicht das Zeugs!!!"

    Ich könnt noch ewig weiterschreiben.
    Sehr gutes Thema!!! Danke dafür.
    Ninja

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    1. Dein zweiter Absatz!! Ganz genau, wenn ich es dochcam besten noch wieder in den Schrank stelle, womöglich mit Preisschild dran, dann brauch ich es auch nicht. Und ich glaube "geregelter" Konsum hat noch niemandem geschadet.
      Danke für deine lieben Worte!!

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  2. Hallo Franse,

    danke für diesen tollen Artikel, ich kann Dich so gut verstehen! Zum Glück mache ich mir weder was aus Markenklamotten, noch aus Marken-Designer-Deko! Am Anfang meines Blogs habe ich mich auch dabei ertappt, dass ich dachte, ich müsste den Lesern immer etwas neues präsentieren, inzwischen räume ich fast nur noch Deko von A nach B und mache Sachen selbst. Und wenn man mal einen Teppich selbst gewebt hat, beginnt man spätestens dann zu hinterfragen, wie solch eine Arbeit im Geschäft einen Preis von 4,99 haben kann?!

    Liebe Grüße

    Katharina

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    1. Fast würde ich dich als die Queen von Upcycling bezeichnen, aber möglicherweise magst du es gar nicht hören. Vor allem, weil deine Ideen noch dazu niemanden zum Konsum zwingen, sondern zum Selbstmachen, was dann wiederum zu mehr Glück führt. Glück findet man sicher nicht im von Kindern geknüpften Teppich.

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  3. Liebe Franse,
    wow, da hast Du Dir jetzt aber mal Luft gemacht!
    Musste wohl mal sein :-)
    Ich bin nicht beleidigt, ich stimme Dir zu, auch wenn ich mir zwischendurch schon auch mal selbst an die Nase gefasst habe...
    Tatsächlich aber hat sich mein Konsumverhalten drastisch verändert seit ich fast alles selber mache. Na ja , aber eben nur fast. Und vor allem am allerliebsten aus Recyclingmaterial (ist auch mein Job). Meine eigenen Gewerke befriedigen meist mein Konsumbedürfnis. Und ein Besuch im Sozialkaufhaus auch, da geb ich meist erst mal ne Tüte ab bevor ich dann kleine Schätze für kleines Geld wieder mitnehme.Hach und Flohmärkte machen mich seelig...
    Aber manchmal will ich auch was Neues. Was jetzt irgendwie cool ist, oder so. Hin und wieder gönn ich mir dann was.
    Ich stimme Dir zu, man sollte sich beschränken. Ich drück Dir die Daumen, das Du das für Dich umsetzten kannst :-)
    Ganz liebe Grüße,
    Kerstin

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    1. Das kann ich nun gar nicht verstehen, dass du dich ertappt fühlst. Denn sich auf Flohmärkten und in Sozial Kaufhäusern ein Schnäppchen auszusuchen, finde ich nicht schlimm. Der Massenkonsum, vollkommen unreflektiert, der ist das was ich meine. Oft denke ich auch "ohhh, das brauch ich." Mittlerweile nehme ich es in Läden in die Hand und schau es mir an, überleg ob ich es brauche und leg es sonst wieder weg.

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  4. Ich möchte Dich drücken!!

    Mein Blogpost dazu ist inna Mache, weil ich (früher sachte man das bei uns so) "gar nicht so viel fressen kann wie ich kotzen möchte". Die liebe Weihnachtszeit brachte das Böse wiederholt auf den Punkt und mit den Jahren wird aus meinem einstigen "ich hab kein Geld und kaufe deswegen 2.Hand" ein "ich mache weiter so, weil besser". Ich kann die Ikea-Scheiße nicht mehr sehen, Hema, Kik, Primark, Kaffeekapselobermist, verkackte Replika um in der Designaffinität mitzuschwimmen, so dass ein Eames bald das Ansehen eines Louis Vuitton hat. Und das hat meines Erachtens n i c h t s mit Geld zu tun. 2.Hand gibbet alles günstiger. Ok, nicht genau DAS, die Sachen sind ja mitunter wirklich verführerisch schön, es braucht schomma Geduld und Kreativität (uijuijui, selber denken) und auf'm Land ist die Beschaffung sicher mühsamer und mit acht Kindern anne Hand auch.... Meine Meinung als Grundprinzip bleibt. Und ich schaffe es selber nicht dem 100%ig gerecht zu werden und meine Freunde die Replikas abfeiern und für die lieben Kleinen bei Primark einkaufen, mag ich nach wie vor, aber ich bemühe mich, lese, höre, missioniere nicht, aber sage meine Meinung bei Gelegenheit, revidiere sie, etc. und will da zusehendst bewusster werden.

    So. Ausgekotzt. Danke, liebe Franse für Deinen Post und damit einen Ort wo ich mal eben Luft ablassen kann. Hab mich abgeregt und damit:

    Herzliche Grüße ;) Minza

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    1. Geld spielt dabei keine Rolle, genau. Hauptsache billig und in Massen kaufen, so scheint die Devise häufig zu lauten. Und weil ich nicht missionieren will, teste ich es einfach selbst aus. Minza, ich frei mich sehr auf deinen Post!! Es fühlt sich gut an, wenn man mit den kritischen Gedanken nicht allein ist.

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  5. Hach ja, da hast Du ein Thema getroffen, was mich (immer mehr) beschäftigt. Unser aller Konsum ist einfach an so vielen Stellen ein Riesenproblem und ich glaube, wenn wir nicht umsteuern, fahren wir die Menschheit ganz schön gegen die Wand - egal es um Umwelt, Arbeitsbedingungen, Klima oder was auch immer geht. Und ich bin oft einfach auch schon so übersättigt, dass es mir in vielen (kleinen) Dingen leicht fällt zu verzichten - gleichwohl hab ich oftmals echte Zweifel, ob das reicht. Den eigene Lebenswandel (mit Wohnfläche, Auto usw. usw.) in Gesamtheit wirklich (!) nachhaltig zu gestalten ist nicht einfach. Aber auch Erfolge im Kleinen sind sicher wichtig und so macht es mir Freude, Bücher zum Beispiel in der Bücherei auszuleihen, Möbel so zu kaufen, dass sie in Würde altern usw. usw. Gestern hatte ich ein schönes Erlebnis: Ich fand im Kleiderschrank (ganz weit hinten) eine Strickjacke, die ich vor ca. 15 Jahren kaufte und die letzten Jahre so gar nicht mehr tragbar fand - und siehe da, in ganz neuen Kombinationen (Lagenlook und so) gefiel sie mir plötzlich wieder - man muss die Dinge nur lang genug liegen lassen :-)
    Das Wort "Must-have" finde ich übrigens ganz grausig und grade in Bezug auf Wohnung - mit der ich ja irgendwie meine eigene Persönlichkeit ausdrücke, da mag ich mir ganz sicher von niemandem erzählen lassen, was man denn nun unbedingt haben muss.
    LG, Mecki

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    1. Sollte nicht jeder das ihm mögliche versuchen, um nicht nur für sich selbst gut zu leben, sondern ganz unbedingt als bewusster Weltbürger ( ja das sind wir nun mittlerweile wirklich) aufzutreten. Wenn ich mir bewusst mache, was ich konsumiere und ob es vielleicht gute Alternativen gibt, wie Minza und Kerstin schon schrieben, ist der Anfang schon getan.
      Der Cardigan ist doch das tollste Beispiel für Nachhaltigkeit und die Mode kommt doch eh immer wieder ;-)

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  6. Wie schön, dass sich hier in der Blogsphäre sovielmal Gleichdenkende finden. Die Kommentare sagen ja alles! Mich kotzt es genauso an, dieses Nichtnachdenken (wollen? können?) von so vielen beim Einkaufen regt mich auf. Manchmal weiß ich aber nicht, wo ich Sachen herbekomme, die ich brauche (?) ohne auf die altbekannten Problemläden zurückzugreifen oder sehr sehr viel mehr zu bezahlen. Vielleicht wäre das mal eine spannende Blogserie? Könnte man ja auch gemeinsam machen.
    Liebste Grüße an dich. Ich finde dich wunderbar!
    Eva, die gestern zwei Weinkisten als Regal an die Wand geschraubt hat, statt neues Holz zu kaufen. Und die anderen wenigen Möbel für die neue Wohnung endlich mal nicht beim Möbelschweden, sondern bei Car Möbel bestellt hat. In der Hoffnung, dass das besser ist. (?)

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    1. PS: Ich bin auf deine Erfahrungen gespannt. Bitte berichten!

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    2. Ohhh Eva!! Genau aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen, nicht immer mit vorgehaltener Hand zu bloggen, sondern meine Gedanken ungefiltert rauszubrüllen.
      Lass uns die Idee mit der Blogserie verfolgen. Vllt. kann man sich gegenseitig mit Tipps und Wissen austauschen. Das wäre klasse.
      Bei car hat meine Mutter vor bestimmt 15 Jahren schon Möbel gekauft, die Anrichte steht z.B. im Keller (aus Platzgründen). Es gibt dort eben zeitloses Design. Wie sehr lieben wir manches gute Stück von Eltern oder Großeltern, sollen unsere Kinder das nicht mehr erleben dürfen?

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    3. Wie heilig ist mir der Tisch von meinen Urgroßeltern. Das Weitervererben liebe ich auch. Neulich habe ich eine alte Brosche und eine Kette von meiner Oma bekommen. Mit dem Modeschmuck oder den Wegschmeiß-Möbeln macht man das sicher nicht.
      Wie könnte die Blog-Serie denn aussehen? Tipps für Läden wo man bewusster, nachhaltiger (auf Natur und Mensch bezogen) kaufen kann? Oder Tipps um gerade nichts kaufen zu 'müssen'? Upcycling-Ideen gibt es ja schon so viele...

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    4. Auf Upcycling sollte man nochmal aufmerksam machen bzw. die besten und wichtigsten Seiten dazu sammeln. Aber ein Netzwerk um z.B. Sachen zu tauschen (wie bei FB etc.), gerade unter Bloggern, Tipps zu nachhaltigen Shops in größeren Städten und auch online..100 Meter von mir hat tatsächlich ein Unverpackt Geschäft geöffnet, Schande, dass ich noch nicht da war :(

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  7. Wer viel Geld hat/verdient, konsumiert auch gerne. Wir haben zwar genug Geld sum Leben, aber mein Mann schaut wirklich auf Nachhaltigkeit und spart sein verdientes Geld lieber statt es übermässig und unnötig zu verschleudern. Wir konnten uns von dem ersparten Geld letztes Jahr ein Elektroauto (Nissan Leaf) kaufen, denn auch umwelttechnisch gesehen wollten wir einfach mal was Gutes tun. Mein Mann ist Klimaforscher und natürlich im Thema drin. Statt also jeden Monat unnötig Sprit zu konsumieren, beziehen wir Strom für das Auto aus Wasserkraft. Bei den Möbeln brauchen wir nicht immer den neuesten Trend, das alte Sofa ist noch ok, mit ein paar schönen Stoffen sogar recht ansehnlich, auch wenn ich mir schon lange ein neues moderneres Sofa wünsche. Klamotten werden auch nur dann gekauft, wenn was kaputt gegangen ist. Auch haben wir nicht die neuesten Gadgets, ich habe immer noch ein altes Iphone 4 (die Kids in der Schule finden das ja mal total rückständig, aber who cares?). Meine Kinder haben kein Smartphone und auch kein Ipad oder ähnliches, dafgür aber viele Holzspiele und tolles Spielzeug, wmoit sie selbstständig und frei spielen können, welche Kinder können das heututage noch?
    Die IG accounts und Blogs, die immer nur das Neueste vom Neuesten zeigen, nerven mich auch. Achja, statt der Blumen kaufe ich lieber Essen und Getränke, denn Blumen kann ich nicht essen. Ich bastel mir manchmal selbst Blumen aus Papierresten, die sind auch schön! ;)

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    1. Super interessant!!! Vor allem, weil ich im Studium mit vielen Klimaforschern und Meeresbiologen in Kontakt stand und die Öffentlichkeit ganz sicher nicht alles weiß, was auf uns zu kommt. Wir -damit meine ich politische Entscheidungsträger, Gesellschaft und vor allem Wirtschaft - sind einfach nicht in der Lage die Tatsache von Klimawandel, Versauerung der Meere etc. richtig einzuordnen. Wegschieben kann man es aber wirklich nicht. Gott, dieses Thema ist so interessant!
      Dass ihr natürlich durch Aufgeklärtheit etc. noch mehr darauf achtet, finde ich richtig gut! Was macht ihr mit dem gesparten Geld? Ein Schiff kaufen und auf den Weltmeeren das Leben und die letzten Funken Natur genießen? Das wärs! ;)

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    2. Da fällt mir noch "why own it" ein..habe es selbst aber noch nicht ausprobiert..

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  8. Liebe Franse,
    Vielen Dank für deine ehrlichen Worte !
    Das spricht mir total aus der Seele .
    Natürlich ertappe ich mich auch ständig den Versuchungen der Großstadt zu erliegen .
    Es ist nicht einfach, an den vielen schönen Läden vorbei zu gehen und nichts zu kaufen.
    Allerdings musste ich vor vielen Jahren mit zwei kleinen Kindern und alleine lernen,
    mit sehr , sehr wenig Geld auszukommen.
    Das was heute alle upcycling nennen, war fester Bestandteil unseres Lebens.
    Anders wäre für eine warme Wohnung , Essen und etwas notwendiges zum anziehen
    kein Geld mehr übrig gewesen.
    Wir hatten so gut wie nichts, aber wir waren total glücklich das wir uns hatten.

    Einer der Gründe warum ich nicht mehr blogge ist, das mir genau das was du beschreibst
    unheimlich auf die Nerven geht und ich die Zeit , die für Hochglanzfotos und Texte drauf geht
    Lieber mit echten Menschen verbringe.
    Wer isst denn bitte diese ganzen Nahrungsmittel im Internet ?
    Meist von Singles hochgeladen. Haben die täglich 6 Leute zum Essen ?
    Und mögen die wirklich jedes Wochenende Torte ?
    Ich backe auch, aber nur wenn wir das danach auch wirklich essen wollen.

    Und was passiert mit all den Kindern die täglich abgelichtet werden.
    Haben die Eltern mal darüber nachgedacht, das es denen später vielleicht unangenehm oder peinlich ist,das die Welt sie im Bauch der Mutter und anschließend in allen Lebenslagen verfolgen konnte und ihr Leben lang weiterhin kann ???
    Meiner Tochter wäre es jedenfalls sehr unangenehm, wenn ihre Freundinnen Sie googeln könnten und Bilder mit Schokolade verschmiertem Mund finden von ihr oder sie in Bekleidung sehen, die sie heute unmöglich findet.

    Egal, das Thema ist endlos lang und solange ich mich im Internet bewege darf ich mich
    Darüber ja auch nicht aufregen ;-)

    Herzliche Grüße ,
    Frau Hamburg

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    1. Wie? Du isst den Kuchen den du FÜR IG backst? :D Man sollte bedenken, dass nicht Followerzahlen und Likes zählen, sondern da immernoch irgendwie das reale Leben existiert. Das Leben in dem viele von uns, ja die Menschen sind auch bei IG oder bloggen, nicht das prall gefüllte Konto haben, alleinerziehend sind, einen unterhaltsverweigernden Vater im Hintergrund haben, drei Jobs erledigen müssen. Es tut mir so leid, wenn ich dann sehe, dass sich bei IG Menschen mit Geschenken zuballern, weil sie ja ach so tolle IG-Freunde sind! Dass es da draußen, aber Kinder gibt, bei denen die Geschenke besser angelegt wären, eben weil die Eltern / Mütter es nicht leisten können.. Da könnten wir jetzt ewig weitermachen. Man muss aber auch verstehen, dass man nach langen Zeiten der Entbehrungen, für sich selbst schöne Dinge kaufen mag. Da versteht ich dich.

      Zum zweiten Teil:
      Sind sich Eltern, Menschen, Leute dessen bewusst, dass man anhand der Bilder, Blogposts etc. ganze Profile zu Konsum erstellen kann? Für mich selbst kann ich damit umgehen, für mein Kind diese negative Steuerung zu übernehmen finde ich dagegen sehr schwierig. Personalisierte Werbung kennen wir ja heute schon. Wenn dann aber anhand fester Variablen genau analysiert werden kann, was ein Mensch an Werbung etc. angezeigt bekommt. Einfach über die Tatsache, dass jede Firma über die Bilder, Daten, Aussagen usw. weiß, mit welchen Marken, Lebensmitteln etc. mein Kind aufgewachsen ist und über alles Rückschlüsse auf die Sozialisation geschlossen werden können. Es werden "Konsumnetze" gespannt, das ist in den USA z.B. sehr üblich.
      Man darf sich übrigens trotzdem drüber aufregende, vllt sensibilisiert es ja den ein oder anderen ;)

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    2. Frau Hamburg: Ja exakt das habe ich neulich auch gedacht und zwar alles- wenn ich ein Rezept poste, dann weil wir es tatsächlich auch essen. Ich finde irgendwie geht die Idee bei manchen Blogs auch verloren und es wird so dermaßen gestellt und gekünstelt alles, dass alles einfach nur noch ein großes Geschäft ist.
      Und das Thema mit den Kindern: Absolut d'accord! Vor allem bekommen die dafür Taschengeld, dass sie dekorativ im Kinderzimmer aufgestützt auf ein Kissen liegen und Bücher lesen? Ich meine, sie würden lieber spielen wollen am Wochenende und vielleicht auch einfach mal ein bisschen Unordnung stiften in (ihrem!) Zimmer, statt für Mamis Blog zu posieren, oder? Lotte

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  9. so wie du schreibst, denke ich nicht, dass du probleme haben wirst bis ende märz durchzuhalten,. oder besser noch für länger :)
    wenn man sich erst mal an weniger (unnützes) konsumieren gewöhnt hat, dann fängt man sicher selten wieder an ganz unbedacht daruf los zu kaufen.
    also ich freue mich auf blogposts dazu! :)

    ich selbst kann mich gut mit deinem text identifizieren. manchmal habe ich das gefühl, dass die menschen mit dem ganzen unnützen krams, den sie kaufen und zu hause anhäufen, ihre gefühle unterdrücken. man belohnt sich für eine überstandene prüfungsphase mit einer shoppingtour. man kauft unnötigen dekokrams, weil man einfach mal was im leben verändern will, und das macht sich ja am leichtesten in der wohnung...

    ich habe mich in den letzten monaten so sehr daran gewöhnt, dass ich nur noch das nötigste an kleidung kaufe und dann auch darauf achte, was ich da kaufe. ansonsten liebe ich es mittlerweile, die klamotten, die ich so nicht emhr trage, umzuschneidern. so habe ich was tolles neues, ohne geld dafür ausgegeben zu haben.
    von dekokrams habe ich mich ganz verabschiedet - den mache ich mir fast ausschließlich selbst, wenn ich denn welchen brauche - oder ich hole mir ein paar naturmaterialien aus dem wald.

    ich gebe mein geld lieber für tolle momente (zB für den von dir erwähnten kaffee im sonnenschein) und wirklich essentiell wichtige dinge aus. wobei ich auch den ein oder anderen "ausrutscher" habe, aber das gehört dazu...

    viel erfolg bei deinem experiment. :)
    VG doro

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    1. Danke, danke für die Ermutigung. Zum Glück hab ich im Februar Geburtstag und lasse dann andere für mich konsumieren :D Wobei ich schon eine Hose kaufen musste, weil eine andere kaputt gegangen ist und da ich nur wenige Hosen habe, fand ich das legitim.
      Wir sollten, denke ich, dieses Belohnungsgekaufe ablegen, weil genau das zwar belohnt, aber nur kurzweilig ist. Ausrutscher gehören da ganz sicher auch dazu, aber das Maß sollte stimmen. Toll finde ich, dass du auf Naturmaterialien etc. zurückgreifst, denn dort finden sich eben einfach die schönsten Dinge, die mit ein wenig Kreativität bombastisch aussehen :)

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  10. ...so wie du das angehst, liebe Franse,
    wirst du das auch durchhalten...und ich kann es so gut nachfühlen...was waren wir in meiner Kindheit und Jugend in der Mangelwirtschaft der DDR doch kreativ...was haben wir doch improvisiert und weiterverwendet...zum Glück habe ich diese Werte nach ein paar Jahren erkannt und versuche, gegen die Verlockungen des Übervollen Angebotes zu leben...wobei das ehrlich gesagt für mich gar keine Verlockungen mehr sind sondern Frust erzeugt...wie oft bin ich schon aus Geschäften gegangen ohne etwas zu kaufen, weil das Überangebot mich "erschlägt"...
    wie gut, durch deinen Post sich selbst mal wieder Gedanken zu machen und bewusster zu handeln, als im bequemen Fahrwasser weiter zu schwimmen,

    wünsche dir einen guten Tag,
    LG Birgitt

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    1. Du sprichst da genau das an, was mir in den letzten zwei Jahren so häufig passiert ist! Man betritt einen Laden, hat auch die ein oder andere Sache im Kopf und wenn ich dann vor der Vielzahl der angebotenen Artikel stehe, sie anfasse, angucke und den Preis sehe, dann leg ich sie wieder hin und gehe ohne etwas. Nicht, weil es teuer ist etc. sondern ich spüre, dass ich es nicht brauche. Auf dem Flohmarkt bin ich da genauso hart und kaufe nichts, was mir im Verhältnis zum Produkt zu teuer vorkommt, wobei ich gern auch den Preis zahle, wenn es mir das wert ist.
      Die Mangelwirtschaft, die einige noch mitbekommen haben, scheint wirklich einen enormen Einfluss auf das Konsumverhalten zu haben, im positiven Sinne.

      Dir auch einen tollen Tag!

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  11. Wahre Worte!
    Ich bin ja Konsumverzichter by nature. Von klein auf. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich bei meiner Oma eine Spardose hatte, die ganz oben auf dem Schrank stand und ich regelrecht betteln musste, damit ich mir von meinem Taschengeld was kaufen durfte. Hat sich wohl tief drinnen eingenistet, dass ich heute auch jeden Cent umdrehe und mir lieber nichts kaufe als irgendwas, das ich nicht brauche.
    Wenn ich auf Blogs Tipps für Kinderkleidung sehe, die im Endeffekt teurer ist als alles, was ich mir jemals gekauft habe, dann wird mir auch immer ganz schwindelig.
    Ja, das ist aber auch alles schwierig. Ich versuche, nicht zu viel zu konsumieren und auf Nachhaltigkeit usw. zu achten. Klappt aber eben auch nicht so hundertprozentig. Und manchmal ist teurer auch nicht die beste Alternative. Manchmal sind die billigeren Läden sogar die nachhaltigeren, fairer produzierteren und hochwertigeren (ich bin mir z.B. ziemlich sicher, dass Esprit eher schlimmer als besser produziert als H&M und von der Qualität bin ich auch kein bisschen überzeugt).
    Ist halt ein sehr schwieriges Thema.

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    1. Da werd ich ja fast neidisch, wenn es bei dir si einfach geht.
      Was soll man zur Kleidung noch sagen? Selbst zu nähen wäre wohl am fairsten, aber die großen Konzerne sind nun wirklich keine Heiligen! Mich regt bei solchen Dingen immer auf, dass Unternehmen nicht dem geltenden Völkerrecht unterstehen und demnach Menschenrechte ein Scheiß von Interesse für sie sind. Ich hab grad so eine Idee.. Ob man nicht mal Stellungnahmen von Unternehmen wie HM, Esprit, S.Oliver, etc.pp. einfordert und schaut welche Standards sie sich selbst auferlegen. Gerade für Blogger als DIE Zielgruppe sollten Auskünfte doch möglich sein..vllt erhält man neben Infos noch einen konstruktiven Austausch..

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    2. Na ja, so einfach ist es eben nicht. Ich habe nur von Natur aus einen kleinen Vorteil. ;)
      Ist aber auch so eine Frage, ob selbstnähen wirklich viel besser ist. Zum einen ist es schweineteuer, irgendwas selbst zu machen, nach meiner Erfahrung, und zum anderen muss der Stoff ja auch irgendwo her kommen.
      Hm, es gibt eine Seite, die solche Sachen auflistet, daher glaube ich, dass H&M besser ist als Esprit zum Beispiel ... ich suche mal ...

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    3. Ich glaube, ich meine diese Seite: http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/
      Kinderarbeit ist aber auch wieder so ein zweischneidiges Messer. Natürlich ist es ganz ganz schlimm, wenn Kinder arbeiten und ausgebeutet werden. Auf der anderen Seite sind viele Gebiete einfach so verkorkst, dass es für die Kinder die einzige Chance ist zu überleben. Daher haben Kinder in Brasilien (?), Kolumbien (?) sogar dafür gekämpft, dass Kinderarbeit legal anerkannt wird und sie so ein Rechtssystem im Rücken haben.
      Es ist natürlich ehrenhaft, wenn Firmen auf Kinderarbeit verzichten, auf der anderen Seite wird vielen Kindern so aber auch ihre Lebensgrundlage genommen, wenn nicht grundlegend etwas in der Gesellschaft geändert wird.
      Wie gesagt. Es ist schwierig.

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    4. Bei dem Blog "Ichkaufnix" von Nunu Kaller gibt es ganze viele Infos zu textilem, nachhaltigem Konsum und zu den bösen, großen Firmen und deren Meinungen...

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  12. Wahre Worte! Ich versuche das chon seit dem letzten Jahr, das war ein Vorsatz für 2014 und wird es auch dieses Jahr wieder sein. Wenn mich eine plötzliche Kauflust überkommt, setze ich es auf meine Wunschliste und wenn ich es nach vier Wochen immer noch will, kaufe ich es (ist nicht ein einziges Mal passiert!). Ich bin gespannt, welche Erfahrungen du machst und was du berichtest.
    liebe Grüße, Dani

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    1. Eine schöne Idee, die würde ich gern für mich übernehmen und die als treibende Kraft erwähnen, wenn es okay ist ;-)

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    2. aber natürlich, obwohl die Idee auch nicht unbedingt auf meinem Mist gewachsen ist, so etwas schwirrt ja ständig durchs netz.

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  13. liebe franse, ich bin auch sehr angetan von deinem beitrag. so wie dani mach ich es schon seit zwei jahren und frage mich jedesmal ob ich das teil, was ich gerade begehre, wirklich brauche und lasse es erstmal stehen. und in den allermeisten fällen habe ich es später nicht gekauft.
    genauso mache ich das inzwischen auch auf dem flohmarkt oder in sozialläden, wo ich früher immer noch unter dem motto "schnäppchen" einiges mitgenommen habe. da kauf ich jetzt höchstens mal was für meine kunstprojekte. was soll ich mit meinem 50 (oder sinds noch mehr?) vasen machen, die ich vor jahren während meiner sammelleidenschaftsphase gekauft habe? noch eine dazu? nee, inzwischen hab ich viele aussortiert, verschenkt, wieder in die sozialläden zurückgebracht und will nur noch die aufheben, die ich wirklich oft benutze und besonders gern habe. bei klamotten kauf ich mir eh schon lange nur das, was wirklich nötig ist und das meiste im second hand. die neuen klamotten stinken eh so oft nach chemie, dass man sie erstmal 5mal waschen muss. ausrutscher gibts da natürlich auch bei mir! wo ich nämlich leider immer noch schwach werde, sind kissenbezüge. ich liebe es, mein sofa farblich immer mal wieder zu verändert und dann werde ich oft schwach, wenn ich was schönes sehe. aber da gäbe es ja noch viele möglichkeiten kreativ zu werden. ich will jetzt endlich nähen lernen!!
    viel gelabert - aber ich hab noch einen tipp für dich: es gibt da die gemeinschaft good:matters, goods:don't. schau mal hier: http://goodmatters.de/pro-aktivismus/goodmatters-goodsdont/ und auf die fb seite: https://www.facebook.com/goodmatters.net. die aktion "ein jahr ohne zeug" geht auch 2015 weiter!
    liebe grüße von mano

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    1. Danke für den Link!
      Weißt du, was mir neulich durch den Kopf ging? Wo soll ich bitte mit den Unmengen hin, wenn ich immer weiter neue Sachen kaufe und mich aber auch kaum trenne von altem? Jede Sammelleidenschaft sei verziehen, aber auf mich wirkt das heut vieles sehr gezwungen und es werden immer die "must haves" mit den wichtigsten Hashtags versehen, damit man auch ja Ließ bekommt. Komischer Wandel der sich da vollzieht.. Früher zahlten Leidenschaft und Leistung und heute Besitz und Likes. Meine Generation macht mir Angst!

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  14. Ist mein Kommentar jetzt verloren gegangen? :(

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  15. Also Franse, nachdem mein Kommentar wohl weg ist, versuch ich es noch einmal...
    Puh! Die Resonanz scheint dir Recht zu geben! ;)
    Ich bin generell der Meinung jeder soll tun was er möchte, denn Verantwortung ist etwas, das jeder für sich selbst definieren muss. Trotzdem triffst du mit Sicherheit einen Nerv - auch bei mir.
    Ich kaufe weder unbedacht ein noch nach der Billig-Devise, aber definitiv immer noch zu viel. Viel zu oft kaufe ich als Belohnung oder gegen Frust - so wie eben. Ich habe mir auf Lern-Unordnungs-Frust (und das Umräumen daraufhin) hin endlich das lang erwünschte Besteck bestellt. Du siehst, ich rechtfertige mich schon...
    Ich gebe mir Mühe, nachhaltig einzukaufen, aber vor allem der Gedanke daran, was viel wichtiger, wertvoller und kraftspendender wäre; ein Spaziergang etc., geht mir ans Herz.
    Danke für die Erinnerung :)

    Liebe Grüße,
    Vera

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    1. Die Kommentarzerstörungen nerven :/
      Meinetwegen soll jeder sein Leben leben, aber die Präsenz von Konsum hat sich so enorm gesteigert, dass es auffällig ist. Die Labelfotografien nehmen gefühlt täglich zu und es scheint fast, als wurde unsere Gesellschaft einen ganz gefährlichen Einschlag machen, den man bisher noch nicht überblickt.
      Lass uns spazieren gehen, liebe Vera ;)

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    2. Stimme dir voll zu!
      Gerade das mit den labelfotographien... Je näher man am Trend sein möchte, desto öfter muss man sich daran anpassen. Dann nennt man Eames den designklassiker und stellt die Sache dar, als ob man damit eine Investition fürs Leben gemacht hätte... Na klar!

      Zum Spaziergang bin ich dabei! Wenn ich allerdings keinen Flug buchen möchte, dauert es ein paar Tage, bis ich bei dir ankomme ;)
      Gott, mit dem Thema hast du dir was vorgenommen - da gehen die Inhalte so schnell nicht aus!

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  16. Liebe Franse,

    ich finde es super, so einen Beitrag in einem "normalen" Blog mal zu lesen. Ich schreibe selbst über Minimalismus und lese viele deutsche Blogs zu dem Thema, aber wir "bedienen" auch irgendwie eine Nische.
    Ganz großes Lob! Überhaupt lese ich deinen Blog einfach total gerne, auch weil du immer wieder ein Stück Kiel zu mir transportierst, meine alte Heimat für vier wunderbare Jahre.

    Gestolpert bin ich nur über dieses " Natürlich werde ich weiterhin..." Wieso natürlich? Was wäre denn, wenn du es nicht tun würdest? Wäre das nicht auch okay, für drei Monate mal gar nichts zu kaufen, außer Lebensmittel. Irgendwie irritiert mich das.
    Ich kaufe z.B. natürlich keine Schnittblumen, weil bei deren Anbau so viel Wasser verbraucht (in Ländern, in denen Wasser knapp ist) und so extrem viele Pestizide verbraucht werden, dass Arbeiter ebenso unter schwersten Erkrankungen leiden wie bei der Baumwollproduktion.

    Ich bin gespannt auf deine weiteren Berichte.

    Hast du noch besondere Kieltipps? Ich komme bald für ein verlängertes Wochenende (Resonanz, Tragbar und Lunatique stehen auf meinem Zettel an Café, Kiellinie ist ebenfalls immer ein Muss),
    liebe, liebe Grüße
    Nanne

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    1. Ach Nanne, ich gebe dir da recht, was den Konsum von allem außer Lebensmittel angeht, doch glaube ich, dass sobald es zu Einschränkungen kommt, sich irgendetwas in mir sträubt und mir geht es eben um die Tatsache, unnötige Dinge nicht zu kaufen. An Blumen erfreut sich meine Seele zu sehr, als dass ich sie nicht kaufen würde. Und rauszukommen aus dem Alltagstrott und im Café einen guten Kaffee zu trinken, gehört für mich einbrach dazu.

      Für deinen Wochenendtrip mag ich dir gern ein paar Tipps geben. Zum Resonanz muss ich allerdings sagen, dass es immer überfüllt ist und am Wochenende die Chancen auf einen der begrenzten Plätze noch schlechter stehen. Da lohnt es sich sicher eher das "neue" Café Liebling zu besuchen, sonst . Der alte Schwede in der Holtenauer ist momentan auch ziemlich beliebt, wobei es da rein einrichtungstechnisch noch Optimierungsbedarf gibt, aber sie sind so nett und das Essen ist toll! Um noch ein wenig zu erleben würde ich dir das sanierte und vor Kurzem wiedereröffnete Schifffahrtsmuseum empfehlen. Die Kunsthalle hat meines Wissens nach in den nächsten Wochen keine "Muss-Ausstellungen", aber wenn du an der Kiellinie bist, dann nimm dir einen Moment Zeit und genieß den Ausblick im Diedrichsenpark. ;) Ich denk noch ein wenig nach.. ;)

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  17. Hallo,
    mir fällt auf jedem Fall schon mal ein Stein vom Herzen - ich habe mal beschlossen, keine kritischen Anmerkungen zu schreiben, weil das öfter zu Missverständnissen führt.
    Cafébesuche sind für mich übrigens auch absolut notwendig und gerne in so persönlichen Cafés (z.B. in der Tragbar lasse ich gerne mein Geld, ich habe dort vor über sieben Jahren mal gearbeitet) und hier in Bremen, lasse ich gerne im Lieblingscafé Geld, weil ich die Kellner und die Besitzerin kenne und ich einfach eine schöne Zeit dort habe .
    Kaufe dir Blumen und genieß sie dann bitte! (Gerne mit schönen Fotos).
    Im Diedrichsenpark (wusste nicht dass der so heißt) bin ich meistens und den Tipp mit dem Schifffahrtmuseum werde ich mir merken! Das Resonanz ist wirklich überfüllt (aber das russische Frühstück ist so lecker!)! Danke für die Tipps!
    lg Nanne

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  18. Liebe Franse, ich finde deinen Post super!!! Mir get es gerade genauso. Ich mache mir gerade viele Gedanken über Konsum - vor allem meinen eigenen. Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass ich seit kurzem erst über ein volles Gehalt verfüge und da lässt sich ja auch einiges ausgeben. Aber nach drei Monaten kaufen, freune, kaufen, freuen...bin ich irgendwie damit durch. Ich finde es mittlerweile schrecklich und habe angefangen mich mit solchen Projekten wie Consume less, create more befasst. Mehr selber machen, dass macht auch länger glücklich. Ich nehme mir jedenfalls für die diesjährige Fastenzeit vor (und habe damit schon angefangen), nichts zu konsumieren (außer vllt von Flohmärkten und dem Sozialkaufhaus). Mal sehen, obs klappt! :) LG, MAria

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    1. Das kann ich so gut verstehen. Ist das Geld da, mag man sich ja auch gern mal was kaufen und muss nicht auf den Cent gucken. Für die Fastenzeit drück ich dir die Daumen. Wir schaffen das ;-)

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  19. Hallo Franse, dein Post ist Klasse! Kennst du das Buch "Genug. Wie Sie der Welt des Überflüsses entkommen"? Ich lese es gerade und finde es super. Ich bin gespannt auf deine weiteren Posts. Liebe Grüße
    Maria

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  20. Find ich klasse, liebe Franse! Ich versuch's sehr mit dem Maßhalten, auch wenn's nicht immer gelingt. Da wir aber zu fünft wenig Platz haben, müssen wir ohnehin sehr genau überlegen, was in die Wohnung kommt und was nicht. Drum schleich ich auch immer lang um Dinge rum, bis ich etwas kaufe (das sind dann meistens Sachen, die uns ewig begleiten). Billigkrams versuche ich zu vermeiden und Kinderklamotten werden oft lieber etwas teurere aus nachhaltiger Herstellung gekauft und dann weitervererbt (macht bei drei Kids und vielen Nichten auch Sinn). Wir haben hier Kleider, in denen das siebte Kind steckt. Aber das alles ist natürlich eine Gratwanderung, und bei dem von dir erwähnten dänischen Design bin ich halt doch hin und wieder anfällig ;) Liebe Grüße zu dir, Ulli

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    1. Wenig Platz ist manchmal gar nicht schlecht, das merke ich auch gerade und finde es erstmal nicht schlimm.
      Bei eurer Kleidermoral sieht man dann doch, dass Qualität etwas ausmacht. Bei uns gab es sogar noch Flicken, heut seh ich sowas gar nicht mehr. Dabei zeugt das doch von einer durchrockten Kindheit ;)

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  21. YES! YESS!! YYEEEESSSSS!!! Das unterschreibe ich mal blind hier. Und ich fühle mich verstanden. Denn seit langem (Jahren!) schon bin ich am Aus- und Wegräumen, am Raumschaffen und Ordnungmachen, verkaufe und verschenke die Zuviel-Brocken und fühle mich zunehmend (er)leichter(t). Ich kaufe nur noch, was ich wirklich brauche, hinterfrage mein Konsumverhalten andauernd, und wenn ich "nur" Seelensachen kaufe, dann mag ich bevorzugt gerne Handwerker und Kreative unterstützen. Das Tolle daran ist: Man muss auf NICHTS verzichten! Dieses Thema kommt immer mal wieder auf meinem Blog und in meinen Kommis zum Tragen, und ich glaub, ich hab mir inzwischen einen Namen gemacht als die, die nach Simplicity schreit. Andauernd. Und ich hab's wie du: Ich mag nicht "nettbloggen", ich rede Tacheles, auch wenn das dem einen oder andern nicht passen mag. Es gibt ja diese ominösen Kreuzchen, um sich wegzuklicken, nüchwahr??
    Unser Planet ist in Gefahr, die Uhr steht auf 5 vor 12, und wir sind, verdammt nochmal, gut beraten, endlich was zu ändern. Es bleibt nicht mehr viel Zeit dafür! Wir brauchen ja nicht gleich von 100 auf 0 runterzufahren, aber wenn jeder sich ein paar Mal am Tag Gedanken dazu macht, was er da eigentlich so treibt, so kommt ein Tropfen zum andern. Du weisst schon: Diese Tropfen, die dann zum Fluss anschwellen......
    Danke dir für diesen Beitrag! Ich komm hier wieder vorbei....
    Hab ein entspanntes WE,
    Hummelzherzensgrüsse!

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    1. Die Kreuze sind auf jeden Fall ne gute Erfindung für alle, die Ehrlichkeit doof finden. Wenn ich aber so manches Mal mitbekomme, wie manche Menschen die Augen vor der Wirklichkeit durch noch mehr Konsum verschließen, ziehe ich Rückschlüsse auf deren Hirnaktivität. :D Wenn die es nicht können, machen wir halt doppelt mit!

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  22. Hallo Franse,
    wir haben letztes Jahr 4 Kunsum Verzicht Wochen gemacht. Das war manchmal anstrengend, weil man mehr nachdenken muss, gleichzeitig hatte es aber auch etwas sehr befreiendes. Und die Schränke wurden leer von den angesammelten Vorräten, was natürlich auch ungeheuer Geld spart. Auch das Reparieren oder Altes verwerten sparte Geld und Müll.
    Leider hat sich das Bewustsein für bewusten Kunsum in der Zwischenzeit wieder etwas verflüchtigt.
    Wahrscheinlich sollten wir das mal wieder machen oder uns einfach generell wieder mehr mit Bedacht kaufen.
    Liebe Grüße
    Jennifer

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    1. Dass heißt ihr habt in allen Bereichen den Konsum austariert? Bemerkenswert. Wenn man es schafft nur ein oder zwei Wochen im Jahr richtig zu handeln und sich zu informieren etc.pp , dann bleibt zumindest ein wenig hängen und lässt einen bewusster leben..

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  23. Hallo Franse,
    ich habe dich mit diesem Post in einem Beitrag von mir verlinkt, weil ich deine Gedanken so gut finde:
    http://einfachsoleben.blogspot.de/2015/01/sonntagsfreude-bewusster-reduzierter.html
    Hoffe das ist okay so, sonst sag mir Bescheid!
    Liebe Grüße
    Nanne

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  24. Liebe Franse,

    wie Nanne eh schon treffend geschrieben hat, freu ich mich auch dass das Thema jetzt auch bei den "normalen" Blogger*innen anklang findet (bin auch eher in der wenigeristmehr-Nische daheim), ich finde das zeigt, dass ein so wichtiges Thema endlich durchdringt und auch umgedacht wird. Woher kommt denn die Veränderung? Von jedem/jeder einzelner.

    Liebe Grüße,

    Birgit

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  25. Hallo Birgit,
    mir scheint, dass viele Bloggerinnen gemerkt haben, dass sie durch das Teilen von Konsumgütern ( da meine ich jetzt nicht den schönen Kerzenleuchter, sondern diese Dinge, die zuhauf abgebildet werden, womöglich noch das Spülmittel XY und zwischen den spielenden Kindern wird noch das Etikett XYZ in den Fokus des Bildes gestellt.) zwar anfänglich Likes und Lob bekommen, der Drang und Zwang nach mehr nicht abreisst, während die eigene Zufriedenheit in tiefste Täler sinkt. Der Überfluss ist um uns und in uns und das alles in eine neue Waage zu bringen ist nicht leicht. Bloggen wirkt so oft wie ein Wettbewerb um die besten Kooperationen, selbst wenn der Blogpost auf dem Blog dann aus der Feder von Werbeagenturen stammt. Ekelhaft!
    Ich hüpf nun nochmal rüber zu dir!

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  26. Möchten Sie Ihre Nieren verkaufen? Sind Sie sich der Suche nach einer Möglichkeit, Ihre Nieren für Geld zu verkaufen wegen finanzieller Pause und Sie nicht wissen, was zu tun ist, dann kontaktieren Sie uns noch heute und wir bieten Ihnen gute Menge für Ihre Nieren. Mein Name ist (Dr Santa Clara) bin ein Phrenologist in Santa Clara Valley Medical Center Krankenhaus. Unser Krankenhaus ist in Nieren-Chirurgie spezialisiert und wir haben auch mit Kauf und Transplantation von Nieren Umgang mit Wohn einen entsprechenden Spender. Wir sind in der (Indian, USA) Wenn Sie Interesse an Kauf oder Verkauf Niere zögern Sie bitte nicht, uns per E-Mail kontaktieren Sie befinden sich: {scvmedicalcenter@gmail.com}
    Thanks,
    MANAGEMENT.

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    1. --> Weil dieser Spamkram so gut zum Thema Konsum passt und so erbärmlich ist, lass ich ihn mal stehen :D

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  27. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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Danke und Ahoi!