21 Januar 2015

Konsum! - Was benötige ich wirklich?

Lange Zeit war das Bloggen nicht mehr so konstruktiv, wie es mit euch in der letzten Woche war. Mit Hilfe eurer befreienden Gedanken und sehr vielen Selbsterfahrungstipps, habe ich mich hingesetzt und tief durchgeatmet. Dabei rausgekommen ist zunächst eine kleine Blogreihe zum Konsum mit Tipps und Tricks, damit das ewige Eingekaufe nicht zur seelischen Belastung wird (ähm finanziell ja auch und sowieso).

Was wir benötigen hängt zum einen von der Person selbst und ihren Lebensumständen ab. In Krisensituationen bemerkt man oft erst, mit wie wenig man klarkommen kann, egal ob die Steuernachzahlung zu extremer Klammheit führt oder man durch Verdienstausfälle sparsam sein muss. Natürlich ist es in solchen Zeiten gut, wenn man sich auf den Partner verlassen und das "Leid" durch das zweite Einkommen abgeschwächt wird. Doch es ist ebenso gut, wenn man sich besinnt und einen Weg findet, das Geld einzuteilen bzw. den Konsum einzugrenzen. Niemand soll sich gezwungen fühlen nun zum Selbstversorger zu werden oder überhaupt denken, dass ich Menschen bekehren will, sondern es soll einfach das Bewusstsein einmal wieder gefordert werden. Wenn ich mir bewusst mache, ob bestimmte Dinge wirklich benötigt werden, wird sich mein Konsum schon drastisch vermindern. Ich habe mir ein Mantra zurechtgelegt, dass bei jeder Verführung im Online-Warenkorb oder Geschäft um die Ecke sofort durch die Hirnwindungen schallt:

Es ist schön! Brauche ich es wirklich? Habe ich es vielleicht schon? Wofür brauche ich es?

Natürlich braucht man es, warum auch nicht. Solang das Konto schwarze Zahlen anzeigt passt es schon. Die Frage, die ich mir dann stelle ist, ob mich der Kauf belohnen soll für etwas, was vollkommen bekloppt ist. Darunter fällt für mich z.B. der 300€ Cardigan im Sale, der es uuuunbedingt sein muss, weil ich schon wieder drei Wochen am Stück auf der nervigen Arbeit verbracht und es ohne Nervenzusammenbruch durchgestanden habe. Sorry, aber da helfen weder Cardigan noch Handtasche, sondern einzig der Blick nach vorn mit Unterzeichnung der Kündigung. Belohnen mögen wir uns alle gern, kaufe ich um glücklich zu werden, ist es allerdings unnötig. Frustkauf = Unglück  - Neue Studien zeigen eine eindeutige Verbindung von Materialismus, Unglück und Depressionen.
Source 
Das Mantra kann so natürlich nicht zum Konsumtrimmer Nr.1 avancieren, doch in der nächsten Woche werde ich genau darauf nochmal eingehen und praktische Tipps aus der Tasche ziehen.
Momentan kursiert diese unglaublich gut recherchierte Reportage (die Ausstrahlung kurz vor Weihnachten war wegen allgemeiner Besinnliche eintaucht wohl weniger gut gewählt ;)) wieder in den sozialen Netzwerken - Merci, Stephanie. Kocht euch einen heißen Tee und schaut rein, es lohnt sich.

Habt es gut!

Kommentare:

  1. irgendwie ist der link zu der Reportage falsch... ich komme dann zur Blogger anmeldung ;-)

    aber abgesehen davon. ich stehe total hinter dir. und trotzdem musste ich mich wieder dabei erwischen, wie ich einem sale angebot im netz nicht widerstehen konnte. gestern kamen die schuhe an und ein glück passen sie nicht. denn ich brauche sie nicht!

    sehr gutes Mantra!

    AntwortenLöschen
  2. Danke für den Tipp, nun sollte es laufen.
    Die Sache mit den Schuhen war dann wohl wirklich eine Fügung des Schicksals :D

    AntwortenLöschen
  3. Ich finde die Idee toll, daraus eine Serie zu machen, ich bin gespannt auf neue Erkenntnisse und von dem gesparten Geld gehen wir dann richtig gut essen uns hauen alles wieder auf den Kopf!
    Liebe Grüße,
    Dani

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hoffentlich kommt was Gespartes zusammen, da kommen ja schon wieder Geburtstage ohne Ende auf mich zu, doch vllt kann ich da ja auch klug entgegenwirken mit dem Konsum :D

      Löschen
  4. ich freu mich auf deine blogreihe zum thema! finde ich super! :)
    und die doku fand ich auch super!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Yeahhh, ich mag euch Begeisterten soo gern! Danke :)

      Löschen
  5. ...also, ich hab die Reportage nur grad schnell in Ausschnitten gucken können, aber den Satz fand ich ja gut: "Man muss von einem Produkt enttäuscht sein, um sich dann ein neues zu kaufen." Man könnte das Ganze weiterspinnen und sich fragen: Hängt dieses Streben nach immer mehr materiellen Gütern dann vielleicht auch damit zusammen, dass wir nicht mehr zufriedenzustellen sind? Total im Weiter-Besser-Höher-Schneller-Schema verfangen sind und gar nicht mehr aus dieser Spirale herausfinden? Dass wir evtl. die Ansprüche, die z.B. im Beruf an uns gestellt werden und die wir unter Umständen nicht immer erfüllen können weitergeben an Dinge, die wir kaufen? Immer auf der Suche nach etwas, was noch schöner ist, zu noch besserem Image verhilft und uns nach aussen hin positiv repräsentiert? Gut, das sind jetzt Gedanken, denen ich einfach freien Lauf lasse, aber ich denke, so verkehrt sind sie gar nicht. Denn das neu Gekaufte soll ein gutes Gefühl generieren, es impliziert unter Umständen, "dazuzugehören", sich etwas leisten zu können.
    Wir sind uns sicher einig, dass diese Befriedigung nur von kurzer Dauer ist und die Abstände zwischen diesen Käufen wahrscheinlich immer kürzer werden. Ein gutes Ich-Gefühl geben uns nicht die Dinge, mit denen wir uns umgeben, sondern schlussendlich nur, wenn man sich selber gerne mag und mit sich und dem, was man tut, "im Reinen" ist.
    Huiuiui, was für ein interessantes Thema! Mehr davon.....!
    Hummelzherzensgrüsse!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Deine Hypothesen begeistern mich grad sehr und der von dir zitierte Satz hat sich so sehr eingebrannt ins Köpfchen, auch hier! ;) Vllt können wir auch nicht mehr erfüllen, was durch Technologisierung etc. von uns verlangt wird, übertragen es auf unseren Konsum - natürlich auch als Korrektiv für unsere viele Anstrengung und die schlimmen Stunden auf der Arbeit - und scheitern dann mit beidem? Burnout, Verschuldung usw. sind ja doch eher unserer heutigen Zeit zuzuordnen.
      Ich mag es gern weiterleiten und Vera fragen, was sie dazu sagen kann..mich würde eine Einschätzung einer Psychologin sehr freuen!

      Löschen
  6. du hast ja sooo Recht. Man müsste doch nur überlegter und gezielter kaufen. Es heißt ja deshalb nicht gleich, dass ich zum Selbstversorger werden musst, wie du so schön sagtest. Seit einiger Zeit versuche ich immer wieder mich an der Nase zu nehmen und mir wirklich zu überlegen ob ich dieses oder jenes Teil wirklich brauche. Dein Post heute hat mich wieder mal daran erinnert, wie wichtig es ist den unnötigen Konsum zu mindern.
    Vielen Dank dafür.
    LG, Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es freut mich sehr, wenn ich mit meinen Worten zum Nachdenken anregen kann. Was man dann letztendlich macht, muss jeder für sich selbst rausfinden, doch ich glaube mit jedem Fünkchen an Ideen können wir uns gegenseitig voranbringen..

      Löschen
  7. Sehr gute, passende und klare Worte von dir (auch in dem Beitrag zuvor). Mittlerweile treffe ich immer mehr Menschen, denen es ähnlich geht. Man fühlt sich so "pappsatt", weil man einfach von allem viel zu viel hat und immer noch mehr kauft. Dieser Drang ständig die aktuellen Must-Haves zu haben, fällt mir vor allem auf Wohn- und Modeblogs extrem auf. Mithalten kann und will ich da nicht, daher macht es mir kaum noch Spaß dort zu lesen. Daher danke für diesen konstruktiven Beitrag von dir :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank Constanze! Schön, wenn sich immer mehr Menschen finden, nicht nur im Leben 1.0, sondern auch hier, die sich so konsumgesättigt fühlen..

      Löschen
  8. Super, ich bin gespannt!
    Und ich finde deinen Ansatz super. Manchmal habe ich das Gefühl, diese Lebenseinstellung teilt die Gesellschaft: entweder man konsumiert ohne Kopf oder man St ganz radikal gegen Konsum an sich. Wirklich auseinandersetzen damit kann man sich aber meiner Meinung nach gerade über die facettenreich dazwischen.
    UND ein Ansatz, der mir besonders wichtig ist: die Masse/Menge machts. Man darf sich mit Sicherheit mal was gönnen, aber dann mit Bedacht - steigert auch den Wert dieser Sache, wissen wir ja aus der Psychologie ;)
    So, das könnte man jetzt ausweiten auf Fleischkonsum, die Textilindustrie,... Schritt für Schritt, irgendwo muss man anfangen, sich tiefer damit auseinanderzusetzen.
    Ich freue mich auf deine Reihe!

    Lg Vera

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da merke ich grad, wie sehr mir ein Gastpost einer Psychologin gefallen würde und ganz sicher unzähligen Leserinnen und Lesern :-)

      Löschen
  9. Ach Franse, so ein tolles Thema! Ich hoffe, ich finde alsbald Zeit und Müsse für eben solch einen Post zu diesem Thema. Denn es ist so mein Thema im Moment. Die Wohnung meiner Mutter aufzulösen stellt mich mehr denn je vor die Frage, wieviel braucht man im Leben? Liebe Grüße zu Dir in den Norden und gute Besserung für den Fuß

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jetzt grad fühl ich genau das, was du momentan erlebst, ein wenig nochmal. Es ist so schwer sich von Dingen zu trennen, die ein geliebter Mensch mochte und die ihn lang begleitet haben. Es hängt oft ein ganzes Leben daran und es einfach ziehen zu lassen ist so, so schwer. Deshalb habe ich noch vieles aus meinem Elternhaus, insbesondere von meiner Ma. Doch weißt du was mir mit der Zeit aufgefallen ist? Es sind weniger die ganzen aufgehobenen Dinge, die Erinnerungen bringen, sondern die Tatsache, dass die Person selbst so nah (und so unerreichbar gleichzeitig) ist und die Erinnerungen und Gefühle irgendwann so viel mehr bedeuten .. Ich schick dir Kraft und frei mich auf einen Post zu genau solch einer Auseinandersetzung <3

      Löschen
    2. Ich freu mich, wenn Du an dem Thema dran bleibst. Und ich bin überrascht (und es freut mich natürlich auch), wie viele hier mit schreiben und mit diskutieren - bislang hatte ich oftmals das Gefühl, ich wäre die Einzige, der das Thema soviel durch den Kopf geht. Die Reportage habe ich mir mittlerweile angeschaut und fand sie sehr gut, viele Infos, viele Denkanstöße. Was ich recht desillusionierend fand, waren die Interviews aus der Fußgängerzone - denn sehr richtig bemerkt: solange sich nicht bei vielen Menschen eine anderes Nachdenken über Konsum breit macht, wird sich kein Politiker dieser Welt trauen, an das Thema ranzugehen (was passiert konnte man beim "Veggieday" sehen - wenn auch vielleicht irgendwie ungeschickt lanciert, erstaunte mich damals die riesen Aufregung, als wäre es Freiheitsentzug, wenn man mal darüber nachdenkt, einen einzigen Tag kein Fleisch zu essen, Hilfe!
      LG, Mecki

      Löschen
    3. Mich begeistert, dass es so viele unter uns gibt, die versuchen einen neuen Weg zu gehen oder tolle Anstöße dafür geben. Das Problem ist ja leider die breite Masse, doch was wir im Energiebereich schon anfänglich sehen (Glühbirnen, sparsame Geräte), wird hoffentlich in Richtung Konsum auszuweiten sein..lass uns selbst dranbleiben!

      Löschen

Danke und Ahoi!