04 Februar 2015

Konsum? - Alternativen!

Eine Idee - aus euren super konstruktiven Kommentaren entnommen- die ich mir zueigen mache, ist auf jeden Fall eine Wunschliste. Anstatt den Warenkorb online platzen zu lassen und im Endeffekt doch den Bestellbutton zu drücken, werde ich eine Liste anlegen, auf der jeder Wunsch Platz findet. Mittlerweile ist noch eine Pinnwand bei Pinterest hinzugekommen, weil pinnen einfach einfach ist. Eine weitere, geheime Pinnwand nutzt Herr Freund nur zu gern, wenn er ein Geschenk zu Weihnachten oder zum Geburtstag für mich sucht ;)
Was ich hingegen im Geschäft noch angeschmachtet habe, findet meist zuhause nicht mehr den Weg auf die Liste, weil der Bedarf und die Lust darauf wohl doch nicht so groß waren. So geht es auch vielen Wünschen auf der Liste. Der Großteil ist nach einem Monat oder schon mit dem Niederschreiben wie eine Blase zerplatzt. Alles was draufbleibt darf auch angeschafft werden, wenn denn das Mantra nochmal runtergepredigt und das Give and Buy eingehalten wurde.

Für fortgeschrittene Konsumabstinenzler - allen voran Frau Hummel und Nanne Kick -  und  gibt es noch weitere Stufen der Glückseligkeit, die beispielsweise durch die Suche nach Alternativen, erreicht werden können. Nicht alles was man gern besitzen möchte, muss neu sein. Deshalb nutze ich schon seit einigen Jahren alle erdenklichen Online-'Auktions'häuser (vergesst Dawanda und Etsy nicht, denn dort gibt es u.a. tolle Vintagekategorien), regionale Portale (Facebook ist mittlerweile ganz vorn dabei) oder gern auch Sozialläden und Flohmärkte.
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Die Spiegelreflexkamera braucht ihr nur für den Kurztrip nach Rom? Die Tischkreissäge wird nach zweimaligem Gebrauch in der Garage eingemottet? Der Blick in Tausch- und Leihportale lohnt sich in solchen Fällen ganz sicher. Es soll ja hier keine Werbeveranstaltung sein, aber "Why own it?" gibt es als App und viele andere Portale per Google-Suche. Es gibt mittlerweile sogar die Möglichkeit Spielzeug zu leihen anstatt es zu kaufen. Alles im Sinne der Shareconomy - teilen statt konsumieren.

Was fehlt nun noch? Möglicherweise die Frage, ob der Aufwand selbst zu Stift und Säge zu greifen, nicht lohnenswerter ist, als die Fahrt zum Möbelschweden. Aufbauen müsst ihr es in jedem Fall, nur verpasst ihr neben dem Erlebnis Baumarkteinkauf, auch noch das Gefühl selbst etwas -kreativ oder handwerklich- geschaffen zu haben. Es gibt so unendlich viele Blogs und Videotutorials, die euch der ganzen Sache näherbringen.
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Mit den Anleitungen für seine Hartz-4-Möbel, hat der Architekt Van Bo Le-Mentzel die Öffentlichkeit direkt auf seine Seite gezogen und die Herzen der Nachhaltigen zum Rumsen gebracht. Falls ihr doch eine handwerkliche Begabungsstufe [also ich mein damit nicht Zange, Schraubenzieher und Säge bedienen zu können, sondern Bandschleifer, Beitel, Schraubzwingen und Hobelbank möglicherweise zu besitzen, sie zudem aber noch bedienen zu können ;)] darunter ansetzen möchtet, gibts vermutlich noch viel mehr online. Meine Queens of Upcycling im Netz sind auf jeden Fall Renaade und Katharina, die immer wieder so grandiose und günstig "selbstzumachende" Ideen haben, dass sich das Kaufen gar nicht mehr lohnt. Individualität und so.

Ach und mit Hilfe von Tutorials könnt ihr, mit dem durch das fleißige Anwenden der Tipps gesparte Geld, direkt noch ein Häuschen bauen. Falls ihr Baumaschinen leihen wollt wisst ihr ja nun wie es geht und der Rest klappt dann bestimmt von ganz allein. ;)

Wie immer freue ich mich wahnsinnig über eure Kommentare zu der ganzen Thematik und wünsche euch einen schönen Mittwoch!

Kommentare:

  1. oh die idee erst zu pinnen und später zu kaufen kling gut!
    ich habe die tage schon mal überlegt ob mir nicht eine spardose anlege in die ich immer wenn ich eigentlich zu großen schweden fahren will, stattdessen 50 euro reinwerfe. klingt viel, aber viel kleiner sind die rechnungen ja selten. und am ende des jahres lässt sich davon bestimmt was nettes kaufen.

    selber werkzeug in die hand nehmen finde ich großartig. und zugegebenermaßen finded sich mittlerweile reichlich gutes im hause.... aber, bis auf wenige male kommt selberbauen nicht immer billiger. für das kleine projekt 'kaffeemaschine' habe ich mittlerweile weit mehr geld im baumarkt gelassen, als die meisten liebevollen kaufbaren varianten aus holz im laden kosten. natürlich habe ich jetzt sprühfiller, grundierung und lack für weitere daheim.... aber ob der jemals benutzt wird steht in den sternen. trotzdem würde ich es immer wieder tun. weil ich einfach spaß am handwerklichen arbeiten habe.
    es empfiehlt sich einfach vorher abzuwägen...
    aber das ist bei allen anschaffungen der fall.

    ich freue mich, dass du das thema noch weiter viertieft hast. deine artikel sorgen bei mir immer für einen moment des 'anderen nachdenkens'.

    liebe grüße
    julia

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  2. Du, die Sache mit dem Pinnen find ich eine gute Idee! Denn meist kauft man ja eh' ziemlich aus dem Affekt heraus, und beim genaueren Überdenken der Aktion (hinterher!) kommt man zur Einsicht, dass das Teil eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre! Bei mir hat es sich so eingebürgert, dass ich immer erst ein paar Tage um das Habenwollendinges herumschleiche, bis es a) entweder nicht mehr vorhanden ist, weil es jemand anderes gekauft hat, und sich die Sache von alleine in Luft aufgelöst oder aber b) bis ich wirklich von der Richtigkeit meiner Absicht überzeugt bin. Das sind dann aber immer auch die Sachen, die ich nachher viele Jahre lang besitze und mich auch nach langer Zeit noch dran freuen kann!
    Ich war über Jahre hinweg ein sehr guter Kunde in den Brockis hier in der Umgebung. War deshalb, weil ich ja jetzt alles hab, was ich brauche, und es überflüssig wäre, die Brockis zu besuchen! Jetzt stehen einige wunderschöne alte Möbel in unserem Zuhause, die ich selber restauriert habe. Sie sind so zeitlos und werden so heftig geliebt, dass es keinen Grund gibt, sie durch andere zu ersetzen! Ausserdem mag ich alte Möbel und Gebrauchsgegenstände sehr- sie haben so viel Charme!
    Ricardo (hier in der Schweiz das selbe wie Ebay und Co.) benutzen wir gerne, um unsere aussortierten, aber immer noch in Topzustand befindlichen Dinge zu verkaufen. Funktioniert bestens!
    Hartz-4-Möbel kenne ich auch, die Sachen sind toll! Wobei ich Julia oben Recht geben muss: Selberbauen ist in den meisten Fällen nicht wirklich günstig. Aber der Spass an der Sache ist unbezahlbar! Es geht allerdings auch recht portemonnaieschonend: Ich hab mir mal aus alten Weinkisten ein Gewürzregal gezimmert und ein Badezimmerkästchen. Beide sind gut gelungen, kosteten kaum was und verdienen den Titel "Unikat" in jedem Fall! Ob ich mir jetzt gleich von Grund auf ein Häuschen selber bauen würde- na, ich weiss nicht, wie weit DA meine Fähigkeiten reichen würden! HerrHummel ist zwar ein handwerklicher Tausendsassa, trotzdem..... ;oD
    Was aber die Quintessenz ist: Es lohnt sich in jedem Fall, sich immer wieder die Frage zu stellen, WARUM und OB man irgendwas wirklich unbedingt haben muss. Gerade die Dinge, die im Moment so "in" sind, langweilen mich mitunter am schnellsten, weil sie überall omnipräsent sind und jeder sie hat oder haben will. Da bleibt ja auch die Individualität völligst auf der Strecke. Mir persönlich bringt es definitiv mehr, mich auf den Blogs von Leuten wie Renaade oder Katharina inspirieren zu lassen, mich mal hinzusetzen und ein wenig rumzuwerkeln. Denn selber was kreieren macht so viel Spass!
    Hab einen sehr schönen Tag noch, bis bald!
    Hummelzherzensgrüsse!

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  3. ...und ooohhhh: Ich fühle mich sehr gebauchpinselt, als "forgeschrittener Konsumabstinenzler" wahrgenommen zu werden! Danke dafür! :oD

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  4. So eine Wunschliste muss ich meinem Freund unbedingt ans Herz legen. Neuerdings hat er nämlich die Angewohnheit, überteuerten Unsinn zu kaufen.
    Was das Selbstbauen von Möbeln betrifft, muss ich allerdings anmerken, dass das schweineteuer ist. Erstmal braucht man für alles extra Werkzeug, dass sich dann irgendwo stapelt und dann ist gutes Holz auch sehr sehr teuer. Wir haben ja neulich dieses Wäschekorb-Regal gebaut und das hat für vier Stützen und zwei Sperrholzplatten schon gute 100 Euro gekostet. Das fand ich schon hart.

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  5. Das find ich klasse! Erst mal reiflich überlegen und eine ganze Zeit sacken lasse, vieles erledigt sich dann fast von selbst. Es muss ja nicht immer der absolute Konsumverzicht sein (der viel Disziplin erfordert), es ist schließlich auch ein guter Anfang, einfach alles ein bisschen bewusster zu machen. Liebe Grüße zu dir, Ulli

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  6. Ich mag deine Serie zum Konsumverzicht und finde es toll, dass du dir so viel Mühe machst, uns auch gleich die passenden Links zu liefern. So eine (Wunsch)liste habe ich auch und es funktioniert tatsächlich sehr gut. Die meisten Dinge darauf brauche ich wirklich nicht und schon nach einem Monat kann ich mich kaum noch an sie erinnern. Bei Büchern mache ich es inzwischen so, dass ich mir alle Bücher, die mich interessieren auf eine Merkliste im Handy schreibe und dann immer in der Bücherei schaue, ob eines davon verfügbar ist, wenn eines gefunden und gelesen ist, wird es wieder von der Liste gelöscht.
    Liebe Grüße, Dani

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  7. Fortgeschrittener Konsumabstinenzler - hört sich gut an, werde ich jetzt immer dran denken, wenn ich mir was kaufen möchte. Wenn der Habenwollen-Virus wieder da ist.
    Lieben Dank für die Verlinkung!!!

    Ich finde das Nichtkaufen wirklich sehr bereichernd. Morgen mache ich einen Ausflug nach Hamburg, werde nen Käffchen trinken und bummeln. Aber ich werde mir nichts kaufen, weil mich das alles nicht glücklich macht und mir keine wirkliche Befriedigung schenkt. Dazu weiß ich mittlerweile einfach zu viel über Ressourcenknappheit, Klimawandel und vor allem Herstellungsbedingungen.
    Es macht frei das Nichtkaufen.

    Liebe Grüße
    Nanne

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    1. Genau! Und wenn man sich dann mal, nach reiflichem Überlegen, was geholt hat, dann ist es GENAU das, was man braucht. Und man wird sehr lange Freude haben dran!
      Schönes WE!

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Danke und Ahoi!