11 Februar 2015

Konsum? - Ein Monat Verzicht und eine Erkenntnis..

Kaum hab ich begonnen, schon ist der erste Monat des Konsumverzichts vorüber und um ehrlich zu sein merkte ich auf dem Konto nicht viel davon. Klar, es war Januar und gerade zu Beginn des Jahres wollen Versicherungen, Semesterbeitrag etc. bezahlt werden. Im Februar merke ich nun allerdings doch, dass der Betrag auf dem Konto -zur Mitte des Monats- höher als sonst ist.
Aber hab ich mich daran gehalten nur Dinge zu kaufen die ich benötige? Teils, teils. Meine Lieblingsjeans ging kaputt und wurde durch eine Neue ersetzt. Zwei Zeitschriften, die dann gleich den Weg zu weiteren Interessierten fanden, wöchentlich Blumen für das gute Gefühl im Zuhause, Gesetzestexte für die Uni, Geschenke für liebe Menschen, das Buch 'Genug' von John Naish (dank eurer Tipps) und günstiges Holz, Schraubhaken sowie ein paar Meter Seil im Baumarkt. Das Baumaterial war dringend nötig, denn mein Esstisch war zu klein und wuchtig. Dank des neuen Tischs konnte neben dem Esstisch (auf dem Dachboden eingelagert), auch mein Schreibtisch gehen, der nun bei Herrn Freund lebt. Trotz der guten Größe habe ich nun mehr Platz. Schraubhaken und Seil sind noch nicht zum Einsatz gekommen, aber ihr werdet als erste erfahren, was daraus wird. Ihr merkt, da ist irgendwie nichts dabei, was nach Konsumsucht schreit.
Fazit: Es gab keine planlosen Konsumorgien. Manche Läden wurden einfach nicht besucht, Onlineshops nicht so oft angeklickt. War ganz einfach. Die angefallenen Wünsche sind notiert. Kleidung wurde aussortiert und verschenkt. Es gilt das Motto Give and Get, erst kaufen, wenn etwas gegangen ist oder wirklich benötigt wird. Statt Shoppingorgien auszuleben saß ich endlich wieder (mehrfach) im Kino, war sehr viel in der Umgebung unterwegs und habe viel mit tollsten Freunden gemacht. Von mangelnden Glücksstunden kann nicht die Rede sein und mir fehlt derzeit nichts. Deshalb ist der Begriff Konsumverzicht auch weniger passend und zu revidieren. Denn verzichten muss ich nicht, diese Erkenntnis brachte der erste Monat. 
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Gibt es unter euch auch Konsumfastende? Von einigen weiß ich es schon und bin ganz begeistert von so viel Klarheit im Konsum. Sind noch Neubegeisterte hinzugekommen? Ich selbst bin gespannt wie es weitergeht..

Habt eine schöne Restwoche! 

Kommentare:

  1. Ich habe eigentlich auch nicht übermäßig konsumiert. Gut, ich habe mir einen neuen Regenmantel gekauft ohne dafür etwas zu entsorgen aber nur deshalb, weil ich bisher keinen hatte und für die Normandie ist ein solcher leider unverzichtbar :-) ach ja, Wolle für ein neues Strickprojekt habe ich mir auch gegönnt aber bis das fertig ist, wird sicher noch etwas altes entsorgt... Toll jedenfalls, dass es bei dir so gut läuft.
    liebe Grüße, Dani

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    1. Eine Regenjacke ist notwendig!! ;) Schön, dass du auch drauf guckst bzw reflektierst, was und wie du konsumiert hast. Und um es mit den Worten von u.a. Frau Hummel (weiter unten) zu sagen "Konsum ist gut, Konsumkontrolle besser" :)

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  2. Bei mir ist es so, dass es sich ergeben hat, dass in diesem Jahr eine weitere große Reise ansteht. Allein schon, um diese Reise finanzieren zu können, übe ich mich im Verzicht. Ich habe Wünsche und ich könnte spontan allein für die Wohnung für zwei, dreihundert Euro Dinge anschaffen. Aber ich wäge ab und warte, ob ich wirklich will, denke mehr nach und habe doch nicht das Gefühl, zu verzichten - denn ich kaufe, was ich wirklich brauche und ich weiß ja, wofür ich den Rest ersteinmal nicht kaufe. Fürs Reisen. Könnte es einen besseren Grund geben, freiwilllig auf Luxusgüter zu verzichten?
    Bei mir wirds sicher auch bald wieder mal einen Beitrag zu dem Thema geben!
    Liebe Grüße! Julika

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    1. Du Glückspilz! Was macht das Leben interessanter, spannender und lebenswerter als verschiedenste Kulturen, Länder und Leute? Pauschalurlaub ist da eben absolut nicht befriedigend und deshalb lohnt sich jeder gesparte Cent, wobei du vermutlich auch weniger verzichtest als gut aufpasst, wo das Geld hinfließt :)

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    2. Hm, naja, eigentlich ist es schon verzichten, ansonsten wäre eine zweite Reise in der Art wohl nicht möglich. Aber es gibt ja auch nicht oft derlei Chancen, von daher ist das schon ok. Und ein bisschen Verzicht schadet ja auch nicht unbedingt, ich habe das Gefühl, ich denke mehr nach über meinen Konsum und die Dinge, die ich möchte und/oder brauche. Oder ob anderes nicht doch gerade mehr Priorität hat - wie eben das Sparen. Ist ja auch nicht das schlechteste. ; )
      Ich hoffe, Du bist gut ins Wochenende gestartet! Viele Grüße, Julika

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    3. Dafür wird der Verzicht paradiesisch belohnt! ;)

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  3. Weisst du: DAS ist es ja, was mich so begeistert: Man muss definitiv auf NICHTS verzichten! Im Gegenteil, man hat mehr vom Leben, weil dieses ganze Gerenne nach vermeintlich absolut Unentbehrlichem und die Pflege von dem ganzen Gedöhns, was uns so umgibt, zum grossen Teil entfällt. (Mal ganz abgesehen davon, dass das supergute GEFÜHL beim Aussortieren, Wegräumen und Wegbringen unbezahlbar ist!) Es geht ja sowieso nicht darum, sich überhaupt nichts mehr zu gönnen, sondern darum, WIE und WIEVIEL man sich was gönnt! Vielleicht sollte man das, was wir da tun, Konsumkontrolle nennen. Ich glaube, das umschreibt es besser. Denn einen wirklichen Verzicht können die allermeisten von uns ja sowieso nicht leben. Jedes Brot, das wir kaufen, ist Konsum. Effektiver Konsumverzicht würde ja voraussetzen, dass irgendjemand unsere Wohnung bezahlt oder uns mit unserem alten Wohnwagen unentgeltlich auf seinem Grundstück leben lässt, dass wir unsere Nahrung geschenkt bekommen oder zum Teil selber anbauen, dass wir nur noch kostenlose Secondhand-Kleidung tragen etc. pepe. Jeder Franken (bzw. Euro) den wir ausgeben ist Konsum. Auch für Kino, Theater, Essen im Restaurant etc. Es ist auch nicht erstrebenswert, dass nun jeder totalen Konsumverzicht übt, denn dann bricht unsere Wirtschaft zusammen, was uns auch unsere Arbeitsstellen und die soziale Sicherheit kosten würde. Aber jeder Mensch, der sich Gedanken dazu macht, wie er bewusster konsumieren kann, macht einen Schritt in die richtige Richtung. Und vom Gedanken hin zur Umsetzung ist es nicht mehr weit!
    Hab einen sehr schönen Abend,
    Hummelzherzensgrüsse!

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    1. Genau das ist es. Das Maß halten und wissen was wirklich nötig ist. Ach und der Punkt der Selbstdarstellung durch Konsum kann wohl nur professionell angegangen werden ;)

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    2. Seh ich genauso! Es ist definitiv ein Aspekt dieses übermässigen Konsumes, dem viele erliegen: Man kompensiert mit Gekauftem, Neuem, Hippem ein Defizit. Sei es nun Unzufriedenheit, ein gestörtes Selbstbewusstsein, Leere oder das Gefühl, nicht genug "darzustellen" im Leben. Traurig eigentlich, ne?

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  4. Auf meiner Finanzliste stehen neben Ausgaben für Lebensmittel nur Ausflug Hamburg, Essen mit ihm, Essen mit Freundinnen und nur...
    ... ein Fahrradsattel
    Den ich vierzehn Tage Probefahren darf, um zu gucken: Habe ich noch Rückenschmerzen?
    Der alte Sattel ging gar nicht - ich habe Rückenschmerzen bekommen, wie ich sie selten hatte, und es war nach der Radtour Sonntag klar: Es liegt am Sattel.
    Der neue Sattel ist definitiv besser, mal gucken, ob er dauerhaft gut ist.
    Gekauft mit Beratung mi Fachgeschäft. Finde ich immer gut, wenn so was möglich ist. Bin auch bereit ggf. paar Euro mehr zu bezahlen. Leider gibt es viele Fachgeschäfte nicht mehr.
    Bin gespannt auf weitere Berichte!
    Wäre es dir den wichtig, auch Geld zu sparen?
    Liebe Grüße
    Nanne

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    1. Ach Geld zu sparen ist ja immer von Vorteil, aber durchs Studium und das begrenztere Budget sind auch nicht grad viele Spargroschen übrig. Schön wäre einmal wieder ein wenig Urlaub und ein Besuch einer Freundin in NYC nach Abgabe der Masterthesis. Nur weißt du was nervt? Wenn plötzlich das Auto von Herrn Freund streikt, das ich sehr viel nutze, die Reparatur so elendig teuer ist und ich natürlich etwas dazu gebe. But that's life ;)

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  5. weißt du, dass ich inzwischen mehr im park und wald unterwegs bin statt in der stadt!? die vermeide ich weitgehends, denn da hab ich früher doch das ein oder andere mal gekauft, was ich gar nicht brauchte bloß weil es nett war. und das ist jetzt ganz und gar kein verzicht, sondern bereicherung - wie großartig! mandalas legen statt schals kaufen ist doch wunderbar und bringt viel mehr fürs seelenheil.
    ich drück die daumen für uns, dass es so weitergeht! und dass ich mich weiterhin von so vielen dingen trennen kann, die ich nicht mehr brauche. und dir ein dickes dankeschön, dass du (auch im blog) am ball bleibst!!
    liebe grüße, mano

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    1. Leider kann ich der Einkaufsstraße nicht entgehen, weil ich direkt neben Kiels schönster und längster Shoppingstraße lebe. Aber ich bleib hart! Tschakka, wir schaffen das! ;)

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  6. Ich finde es wahnsinnig toll, dass du das so durchziehst und schon die ersten Erfolge damit hast. Selbst muss ich ja auch immer etwas darauf achten, was und wie viel ich kaufe. Sei es Deko, Kleidung, oder andere Dinge, die man sonst halt mal so im Vorbeigehen mitgenommen hat. Seitdem ich mich immer wieder an der Nase nehme und konsequenter bin, merke ich, dass mir die wenigen, geplanten Dinge, die ich mir kaufe mehr Wert sind und ich diese mehr schätze.
    LG, Martina

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    1. Es tut so gut zu lesen, dass es dir auch so geht. Natürlich lauert die Versuchung überall, doch weiter bringt einen dieser unnötige Konsum (im Endeffekt ist es nichts anderes als übles Nachgekaufe von Artikeln, die irgendwer mal irgendwo gezeigt hat). Ich freu mich, wenn du für dich Dinge mehr schätzen lernst :)

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  7. Das hört sich wirklich nicht nach übermäßigem Konsum an. Einige Dinge "braucht" man eben zum Leben. Sich frische Blumen vom Markt zu holen für ein schöneres Gefühl zu Hause, das ist doch absolut in Ordnung. Und sich Bücher oder Gesetzestexte für die Weiterbildung zu kaufen, finde ich auch absolut im Limit - ja sogar ein Muss! :-) Weiter so! =)

    GLG, Sabrina
    Happiness Is The Only Rule

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  8. Ich kann mittlerweile sogar problemlos in der Stadt zum Bummeln gehen, ohne etwas zu kaufen. Einfach nur ein bisschen stöbern. Und wenn ich dann etwas sehe, von dem ich glaube, dass ich es gerne kaufen würde, dann nehme ich mir vor, am nächsten Tag wieder zu kommen, wenn es mir wirklich wichtig ist.
    Aber einmal drüber geschlafen und schon, ist dieser Wunsch gar nicht mehr so drängend und dringend :)
    Und da ich gerade mal wieder dabei bin, zu entrümpeln, merke ich, wie schwer es ist Dinge wieder los zu werden. Viel, viel schwerer und aufwändiger als sie zu kaufen. Ein Grund mehr für mich, Käufe gut und reiflich zu überlegen.
    Viele konsumgenervte Grüße

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  9. Das hört sich einfach so gut und glücklich an. Schön, dass es sich auch auf dem Konto bemerkbar macht. Und es geht ja auch nicht um sklavisches Nichts-Kaufen.
    Ich habe im Moment schlicht keine Zeit zum gemütlich Shoppen. So kommt man auch nicht so in Versuchung. ;) Was ich mir übrigens vorgenommen habe, ist dieses Jahr Geschenke bei Dawanda etc. zu kaufen, fiel mir noch ein. Da habe ich das Gefühl, nicht den Massenkonsum zu unterstützen. Noch besser ist Selbermachen, aber nun ja... :)
    Hab ein ganz tolles Wochenende liebste Franse und geh nicht unter in deiner Literatur.

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  10. Nein, als Konsumfastende würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich bin jemand, der sehr bewusst und überlegt kauft, gerne selber macht und aus alt neu versucht zu machen. Und ich kaufe sehr klar und reduziert im Design, zeitlos... außer für die Kinder, da macht es ab und an einfach Freude, zu schenken und kleine spontane Wünsche zu erfüllen...
    Schönes Wochenende liebe Franse, Kebo

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Danke und Ahoi!