20 Juli 2015

Himbeerrot

Im letzten Sommer fiel der Urlaub flach, weil Herr Freund sehr krank wurde und seine Gesundung im Mittelpunkt stand. Noch dazu der plötzliche Umzug und die fehlende Zeit. Dieses Jahr macht sich die Gesundheit zwar besser, doch durch die Abschlussarbeit und das fehlende Geld (ja, studieren kann teuer sein und ohne finanzstarke Eltern auch kein Späßchen aus Reisen und Träumen), muss nochmals darauf verzichtet werden. Wie im letzten Jahr habe ich mir eine Sommer-to-do-Liste erstellt und möchte das ein oder andere ganz unbedingt machen. Natürlich ist einiges dabei das man sowieso im Laufe des Sommers macht, vielleicht sogar mehrmals, aber ich möchte diese Momente einfach wieder mehr würdigen lernen.
Ein Punkt auf der Liste war Marmelade zu kochen. Man muss dazu wissen, dass ich eigentlich alles was mit Einkochen und Einmachen zu tun hat, wegen des enormen Zeitaufwands, hasse. Schon vor einigen Wochen musste ich zum Kochtopf greifen, weil wir einfach viel zu viele Erdbeeren gepflückt hatten, als dass diese hätten frisch gegessen werden können. Ich kam zu der Einsicht, dass das ganze Prozedere richtig meditativ sein kann, wenn man sich auf das Wesentliche besinnt. Da die Erdbeerzeit ihrem Ende nah ist, entschied ich mich für einen Himbeerhof in der Probstei (plattes, fruchtbares Land mit schnuckeligen Dörfern zwischen Kiel und der Ostsee bei Schönberg). Mit Eimern bewaffnet ließen meine Begleitung und ich uns in die Sträucher führen. 
 
Am besten ist natürlich, dass die Himbeeren auf Augen- und Armhöhe wachsen und man den Eimer schneller voll hat als man gucken kann. Die ein oder andere Himbeere landete in unseren Mündern, immerhin hatten wir uns die Mittagshitze zum Pflücken ausgesucht und mussten uns immer mal wieder stärken. Ganz überrascht war ich übrigens vom Preis der süßen Beeren, denn mit unserem dreieinhalb Kilo Ernteertrag wurden lediglich 15€ fällig (auf dem Markt zahlt man gut und gerne 2,50€ pro 250g). Noch ein Kaffee im hofeigenen Café zwischen duftenden Rosen genossen und die Sonne eingefangen, bevor die Beeren mit Gelierzucker im Topf landeten. Weil ich es ja gern ganz einfach mag und mir bei Trendkreationen meist alles misslingt, wanderten nur pure Früchte und Zucker in die Gläser. 
Und während ich hier nun mit heißem Kopf und Schnupfennase sitze, lasse ich mir ein Brot voll Sommerrot schmecken und wünsche euch einen schönen Wochenstart!

Kommentare:

  1. Gute Besserung! Hoffentlich hilft dir die köstliche Himbeer-Marmelade über das Schlimmste hinweg.
    Herzlichst Ulla

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    1. Dank dir Ulla! Die Marmelade und ihr Vitamin C haben Wunder gewirkt :)

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  2. Lecker und ja: Man muss die Momente genießen, wie sie fallen udn egal, wo man sich gerade aufhält. Sommer ist immer und überall schön, nur das STillstehen, Betrachten und Umsetzen von kleinen Hübschigkeiten wird oft vergessen! Genieße die Marmelade und alle weitere Vorhaben!
    LG. Susanne

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    1. Du hast so recht. Ein Schritt zurückgehen und nochmal genau hinsehen, kann manchmal fantastisch sein!

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  3. Hallo du,

    oh ich weiß von was du sprichst, hier ist es dasselbe. Nachdem wir auch noch Jobs/Praktika haben, haben wir uns dasselbe vorgenommen: Ganz viel unternehmen und machen, dabei nicht geizig sein und das Ganze genießen! Wir haben bisher eher Ausflüge geschafft, aber du inspirierst mich gerade, mal ein Küchen-Projekt mit auf die Liste zu setzen. Himbeeren sind hier noch teurer, aber selbst pflücken wollte ich eigentlich auch lange schon mal!
    Ich tue mich nur immer sehr schwer, nichts zu tun und zu entspannen, kennst du das? Dazu kommt, dass uns 2015 ein paar böse Ereignisse beschert hat und ich manchmal Angst habe, zu viel zum Nachdenken zu kommen. Das mache ich nur beim Joggen und hinterher bin ich manchmal total sentimental...

    Aber wenn ich dein Brötchen mit Himbeermarmelade sehe, bekomme ich direkt Lust drauf...
    Auf viele Urlaubsalternativerlebnisse! ;)

    LG Vera

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    1. Das Entspannen ist so schwer. Vor allem entspannt nichts tun und die Gedanken fliegen lassen geht nicht. Überall sind Sorgen, Gedanken, Krankheiten, Prüfungen. Da hilft es sich mit Taten abzulenken und die glücklichen Momente überhand über die Sorgen gewinnen zu lassen.
      Ach Vera, lassuns das Allerbeste aus dem Sommer machen :) <3

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  4. oh ja... die Kleinigkeiten zu genießen finde ich eine ganz hervorragende Idee.
    viel zu oft denkt man sich man müsste mal.. viel zu selten tut man.

    und so ein leckeres marmeladenbrot ist doch ein super lohn für die mühen...

    lass es dir schmecken... auf das die schnupfennase von allein das weite sucht.

    liebe grüße
    julia

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    1. Jetzt denke ich grad tatsächlich an Himbeereis und an dich und deine Oma! :)

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  5. Oje du Arme, hat es dich erwischt. Da kann so ein schönes und gesundes Himbeer(b)rot ja nur gut sein.
    Ich dachte früher immer Marmeladeeinkochen wäre irre aufwendig, aber eigentlich geht das doch ruckzuck. Himbeermarmelade finde ich toll, mir sind nur immer die Himbeeren zu teuer, aber vielleicht sollte ich auch mal die Pflückpreise checken. Hier Zuhause bekomme ich ja keine Himbeere mehr ab, weil mein Sohn 3-6 mal am Tag auf die Pirsch geht.
    Dinge bewußt unternehmen und auch (dabei) zu genießen finde ich auch wichtig. Macht man viel zu selten und das ist sehr schade. Und dann muss ich dir mal sagen, dass du ganz wunderbare Kommentare schreibst. So treffend, so gefühlvoll. Oft lese ich die und denke mir "das wollte ich eigentlich auch sagen" aber habe es nicht ansatzweise geschafft.
    Liebe Grüße
    Jutta

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    1. Dein kleiner Bandit weiß was gut schmeckt und fit macht! Ihr habt doch so viele schöne Höfe um euch herum, nicht wahr? Da gibt's dann auch die ein oder andere Himbeere für dich.
      Dank dir für die lieben Worte. Ich fühle mich sehr geschmeichelt :)

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  6. Ich liebe Himbeermarmelade und ich habe auch festgestellt, dass einkochen gar nicht so schwer ist. Backen oder kochen ist da deutlich komplizierter. Sicher wird dich die tolle rote Wundermedizin auch ganz bald wieder fit machen damit du deine to-do Liste weiter abarbeiten kannst!
    Liebe Grüße und gute Besserung,
    Dani

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  7. Hmmmmmmm...beeren...ich liebe sie! Allerdings lieber direkt so mit einem Haps in den Mund, als vermarmeladet. Ja und Urlaub...hier auch mal wieder nicht und abschalten fällt so schwer! Lass uns auf die feinen kleinen Momente schauen! Liebste Grüße in den schönen Norden!

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  8. Toller Post mit schönen Bilder. Wir haben auch einen ählichen Post bei FilzKugelTeppiche über Sommerfarben. Danke sehr für deine Inspiration. LG, Kitti

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Danke und Ahoi!