15 Februar 2016

Die große 30

Ganz bald steht da sie da, die 30. Und vor wenigen Wochen machte ich mir - genau 30 Tage vor der 30 - Gedanken darüber, was kommen wird. Oft wird von 29+ gesprochen und tabuisiert wenn man als Frau diese magische Schwelle übertritt. Die einen nennen sich dann wieder Mädchen, die anderen fangen an sich wie solche zu kleiden oder zu sprechen. Wieder andere scheinen schon mit 25 dem alten Klischee der "verheirateten Mittdreißigerin ohne Perspektive" zu entsprechen. Wieder andere selbst mit 60 überhaupt keinen Gedanken an irgendwelche altersgemäßen Lebenformen zu verschwenden.
Für mich persönlich wird dieser Geburtstag ein Abschluss, große Unsicherheit, Neuanfang, Zukunftsgestaltung, Aufbruch. Mit der Abgabe meiner Masterarbeit möchte ich diesen Tag begehen und damit das Zeichen setzen, dass die Zeit des Studiums, des oft ausgiebigen zeitlichen Genusses und vielfach auch der großen Existenzkämpfe vorbei ist und nun die nächste Phase im Leben beginnt. Nicht, dass dann alles rosig wird. Davon geh ich aufgrund der turbulenten letzten, bald 30 Jahre nicht aus, aber jetzt wird gestaltet, vorangegangen, geplant und gearbeitet. Um 'wirklich' frei zu sein und das eigene Leben selbst zu gestalten, ist es nun mal notwendig nicht von Studienkredit und Hiwijob abhängig zu sein. Neue Wege und Ziele liegen vor mir.
Der äußerliche, gesellschaftliche Druck auf das Älterwerden scheint übrigens wesentlich größer zu sein, als es die meisten von Natur aus empfinden. Die vielen Gedanken dazu wurden durch die Bemerkungen mancher Menschen in letzter Zeit eher mehr als weniger. Trotz langjähriger Beziehung weder an Heirat noch Kinder zu denken und zusätzlich noch auseinander- statt zusammenzuziehen, passt vielen nur schwer in das Bild einer Frau um die 30. Eigentlich sind die meisten Frauen, die ich als wirklich inspirierend, klug und erfolgreich empfinde in ihren 30ern oder darüber hinaus und alles andere als eingefahrene, unzufriedene "Mädchen 29+++" - es sei da nur mal kurz an Sarah Kuttner erinnert. ;)
Die Freude ist groß, denn von genau solch grandiosen, bloggenden Frauen in den 30ern habe ich mir Verstärkung geholt und sie ganz unverholen gefragt, was sie von dieser ganzen Altersdebatte halten. Diese Woche wird zu einer kleinen Geburtstagswoche und ich freu mich auf euch!

Kommentare:

  1. Das klingt ja spannend, auch wenn ich beim Thema "30" nur milde lächeln kann. 30 fand ich damals übrigens wirklich "einschneidend", obwohl sich an meiner privaten (und glücklichen) Situation nichts geändert hatte. Es bezog sich einzig darauf, dass ich wusste, wie ich selbst noch vor kurzem reagiert hatte, wenn jemand erwähnte: ich bin 30 oder 35...
    Die 40 wiederum war überhaupt kein Thema. Könnte mir vorstellen, dass die 50 wieder so eine Grenze im Kopf ist.
    Nun freue ich mich schon auf die Geburtstagswoche.
    Liebe Grüße
    Jutta

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    1. Das kenne ich sehr gut! Denkt man doch, dass da noch so viel kommt, was ja sowieso kommt und wahnsinnig Spaß macht, realisiert man damit vermutlich, dass einfach etwas Einschneidendes passiert. Und sei es der 30./ 40. / 50. /60. Geburtstag ;)

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  2. pffff, 30 werden tut nicht weh - hoffe ich zumindest ;) ich werde ja erst 24 :P
    Bin seit über fünf Jahren liiert und schaffen sich jetzt unser Eigenheim. Aber jeder hat sein ganz eigenes Tempo und so individuell wie jeder Mensch ist, so ist auch sein Lebensstil und seine Einstellung. Und genau so ist es auch richtig. :)
    Ich denke, dass sich nicht so viel verändern wird - es ist ja doch "nur" eine Zahl ;) Toll, dass du den Tag nutzt um dein Leben umzukrämpeln und was Neues zu beginnen. Gleich mal vorab ganz viel Glück, Liebe, Geduld und Motivation dabei.
    <3 Martina

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    1. Genau das ist es wohl. Nach den eigenen Konventionen leben und jede andere Entscheidung sein Leben zu gestalten akzeptieren. Auf das Eigenheim bin ich gespannt!
      Liebe Grüße zu dir und ein großes Danke!

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  3. Interessant wird das wohl werden, denn die Lebensentwürfe der jüngeren sind mir doch inzwischen fremd ( bin ja auch mehr als doppelt so alt ). Ich freue mich auf jeden Fall darauf, und dir wünsche ich, dass du einfach mal los gehen kannst, auch ohne Plan, Haken schlagend wie ein Hase ( und vielleicht wirst du irgendwann für dich doch zu einem Lebensentwurf finden, den du vorher abgelehnt hast - mir ist es auf jeden Fall so gegangen, nicht nur einmal ).
    Herzlichst
    Astrid

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    1. Du machst mir Mut und beweist, dass man eben einfach loslegen muss und sich nicht irgendwelchen aufoktroyierten Entwürfen hingeben muss. :)

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  4. Ich wünsche Dir auch einen guten Übergang von Studium zur Arbeit und von den zwanzigern zu den dreisigern :-) Sei gewiss, es wird eine spannende und aufregende Zeit, sicherlich auch manchmal anstrengend aber hoffentlich inspirierend und glücklich! Bleib offen für das was kommt, kommen will,
    sagt die, die bald 50 wird ;-)
    Viele liebe Grüße,
    Kerstin

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    1. Es ist unglaublich toll, dass eben genau dieses Lebensselbstverständnis und die Liebe zum Leben und dem Drumrum von euch hier weitergegeben wird! Frei zu entscheiden und sich dessen bewusst werden, was man wirklich will.
      Liebe Grüße zu dir!

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  5. Die Arbeit an diesem Tag abzugeben ist eine wunderbare Idee, um den Geburtstag zu begehen und ich freue mich, die Gedanken anderer Blogger hier zu lesen. Arg weit bin ich ja auch nicht mehr von der 30 weg, aber es schreckt noch nicht.
    Liebste Grüße
    Eva

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  6. Die 30 habe ich schon lange hinter mir und jetzt mit Ende 40 finde ich im Rückblick die "30-er Jahr" am schwierigsten. Mir kam und kommt es so vor, als wenn man in diesem Jahrzehnt für so viele wichtige Dinge die Weichen stellen "muss". Ich habe mich da viel zu sehr verglichen und unter Druck gesetzt, wenn um mich herum Karriere gemacht wurde, geheiratet und Familien gegründet wurden, Häuser gebaut wurden, alles immer aufwärts, alles immer größer und toller. Ich fand's schrecklich, vielleicht auch weil das 20er Jahrzehnt bei mir so wunderbar und toll war :-)
    Die 40 fand ich dann irgendwie erlösend und wieder viel unbeschwerter und schöner. Aber so verläuft der Lebensweg bei jedem anders und eine unverkrampfte Einstellung, die einfach den eigenen Bedürfnissen folgt und einen nicht zu viel unter Druck setzt, ist bestimmt der richtige Weg, egal in welchem Lebensjahrzehnt man sich gerade befindet...
    Alles Gute Dir! :-)

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Danke und Ahoi!