17 März 2016

Göteborg oder Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael ♪♫♪

In einem dieser Momente der Prokratination, noch ein paar Wochen bis zur Abgabe der Thesis und die Leidensgenossin am Telefon. Das nötige Kleingeld für große Abschlusstrips durch die Welt ist nicht vorhanden, aber der Wille irgendwie einen Punkt hinter alles zu setzen. Also nebenbei das Internet durchscrollt und zehn Minuten später für den unschlagbaren Preis von je etwas mehr als 50€ einen Schiffstrip nach Göteborg gebucht - inklusive Meerblickkabine und Tagesticket für den Nahverkehr. Kinder vom Meer zieht es aufs Meer und die anderen ziehen sie einfach mit.
Kiel Ahoi!
Göteborg habe ich schon mehrmals gesehen. Meist war es sonnig und schön, so dass man einen Trip auf die Schären gut einplanen und genießen konnte. Dieses Mal war uns wichtig mehr von der Stadt zu sehen, zu flanieren, entspannt den einen oder anderen Kaffee zu trinken und das kurz vor der Abfahrt lädierte Bein der Reisefreundin nicht zu überanstrengen.
Morgendliche Einfahrt nach Göteborg durch verschneite Schären
Bei grauem Himmel und Schneefall legten wie in Göteborg an und fuhren mit dem Pendlerschiff Älvsnabben, von dem aus ihr einen guten Überblick über den Hafen und die angrenzenden Stadtteile bekommt, direkt in die Innenstadt [Haltestelle Lilla Bommen oder Stenpiren]. Hier befindet sich einer der besten Knotenpunkte, um alle Ecken der Stadt schnell mit den Straßenbahnen, zu Fuß oder per Leihrad zu erreichen und überall schönste Architektur zu erblicken.
Göteborg wirkt bei genauer Betrachtung ziemlich jung und hip, was aber in den meisten skandinavischen Städten der Fall ist. Auffällig sind die vielen kleinen Boutiquen, Cafés und Läden, in denen Kreative ihrer Leidenschaft fröhnen und die teils wenige Laufkundschaft wahnsinnig freundlich mit dem Becher Kaffee in der Hand begrüßen. Da es dank der Designhochschule eine große Kreativcommunity gibt, lohnt sich vor der Reise immer auch ein Blick ins Netz und die Aktivitäten in der Stadt. Ausstellungen oder neue Shops abseits des Mainstreams lassen hier nämlich das Herz ganz schön doll pochern! Tut euch selbst den Gefallen und meidet jedes Geschäft, dass es auch in Deutschland gibt - Globalisierung und so. Für uns der größte Gag waren die deutschen Mitreisenden und ihre H&M- oder Intersporttüten. Keine Angst, das Sortiment ist vollkommen identisch mit dem Zuhause. 

Die meisten Göteborgkenner werden euch nach Haga schicken, genau wie jeder Reiseführer [Haltestelle Hagakyrkan]. Dementsprechend touristisch ist das Viertel zu bestimmten Zeiten. Dennoch sollte man sich nicht entgehen lassen, die Kopfsteinpflastergasse - gesäumt von Holzhäusern - entlang zu schlendern und in die untrubeligeren Seitengassen abzubiegen.
 
Auf jeden Fall sollte man die Riesenzimtschnecken (riesig ist relativ) im Café Husaren genießen und dabei nicht vergessen, an die Lieben zuhause zu denken. Ein paar Meter weiter findet man die Feskekörka. Architektonisch als Kirche anmutend, befindet sich im Inneren der Fischmarkt der Stadt. Für alle anderen lukullischen Genüsse empfiehlt sich ein Abstecher zur Saluhallen, der Markthalle mit allerlei Köstlichkeiten. Hier treffen sich neben den Touristen vor allem Göteborger auf einen Lunch inklusive Plausch.
 
 
Dem Wetter geschuldet haben wir es dieses Mal nicht in den wunderschönen Park Trädgårdsföreningen geschafft [Haltestelle Centralstation]. Wer sich eine kleine Auszeit gönnen will, sollte unbedingt das Palmenhaus in Schwedens schönstem Park besuchen.
Source
 
Majorna ist einer der unterschätzten Teile der Stadt, der ein wenig heruntergekommen wirkt, aber an jeder Ecke und in einigen der schönen Hinterhöfe tolle Läden und abgerockte Cafés beherbergt.
Mit der Straßenbahn ist man vom Zentrum aus in zehn Minuten dort [Haltestelle Chapman's Torg]. Von hier aus ist es auch nur ein kurzer Spaziergang in Richtung Alvsborgsbroen, der großen Brücke in der Nähe des Kreuzfahrtterminals. Wer eine große Portion Kunst- und Designluft schnuppern will, sollte Röda Sten auf jeden Fall einen Besuch abstatten und den Tag ziemlich lässig ausklingen lassen. Für uns waren die Zeit in Göteborg und die ruhigen Stunden auf dem Meer, genau das Richtige nach dieser trubeligen Zeit.
Source 

Im nächsten Post widme ich mich dann mal ganz allein der Café- und Shoppinglandschaft der Stadt.

Habt es gut!

Kommentare:

  1. Hach, was ein schöner Ausflug, fast ein wenig, als wär ich dabei gewesen!
    Danke fürs Mitnehmen♥
    LG Kerstin

    AntwortenLöschen
  2. Wie toll die Schären im Schnee aussehen! Ich war das letzte Mal aus Versehen an Midsommar drüben und es hatte natürlich nichts geöffnet. Mit deinen Tipps in der Hinterhand muss ich glaube ich bald mal buchen :)

    AntwortenLöschen
  3. Ua, ich würde jetzt so gerne schnell auf die Stenaline springen und losfahren. Wir haben unsere Hochzeitsreise nach Kiel und Göteborg gemacht. Fänden andere bestimmt unspektakulär, ich fands super. Solange ich in Kiel gewohnt hab, war es immer mein Traum mit der Fähre auszulaufen. Beim Auslaufen hatten wir dann mordsmäßigen Nebel und konnte kaum was sehen, aber das Einlaufen bei Sonnenschein war ein Traum.
    Wir waren damals richtig früh wieder auf der Fähre und hatten eine halbe Stunde das Deck nur für uns - das war herrlich!
    Danke fürs schöne Erinnerungen wecken!

    AntwortenLöschen
  4. Hach Göteborg! Das sieht ja herrlich aus und macht definitiv Lust auf einen Trip in die schöne Stadt. : )
    Viele liebe Grüße! Julika

    AntwortenLöschen

Danke und Ahoi!