29 April 2016

Ein Abend beim Homebrewing-Kurs oder Kaffee kochen für Anfänger

Kaffee hat in den letzten Jahren wieder zunehmend an Bedeutung gewonnen. Damit meine ich nicht den Kaffee, den wir bei Großröstereien oder in der Coffeeshopkette kaufen können, sondern jenen der  - wohl auch dank der "Hipster"- in den Mittelpunkt des Kaffeegenießers gerutscht sind. Die Verbreitung der Idee des wohl schmeckenden Kaffees, der unter besten Bedingungen für alle Akteure, egal ob Kaffeebauer, Pflücker, Röster oder Konsument, als hochwertiges Produkt unsere Gaumen kitzelt, verdankt seinen Ruhm sicher auch den Sozialen Medien. Man scrollt sich durch den Instagramfeed und erblickt vermehrt Porzellanfilter, Kaffee aus Glaskaraffen und Handmühlen auf den Bildern. Ob man es nun als Hipstertrend hinstellt oder nicht, im Endeffekt zählt nicht nur das Equipment, sondern vor allem die Tatsache, welche Bohne den Weg in meine Kaffeetasse findet.
Was ist so besonders an dem sogenannten Spezialitätenkaffee, der gemeinsam mit Cafés im Industrielook aus dem Boden schießt? Dass mich dieser spezielle Kaffee, seine Zubereitung und das Gesamterlebnis seit einigen Jahren in den Bann ziehen, ist wohl kaum jemandem entgangen und als ich zum Geburtstag die Teilnahme an einem Homebrewingkurs beim Lieblingsröster Loppokaffeeexpress geschenkt bekommen habe, war ich mehr als begeistert. Mitte April war es dann soweit.
|Für alle Teilnehmenden gibt es ein ausführliches Homebrewing-Skript, damit auch Zuhause nichts schief gehen kann|
|Beim Cupping gab es zum Vergleich zusätzlich einen "handelsüblichen" Fairtrade-Kaffee|
|Jede Zubereitungsart bedarf einem eigenen Mahlgrad|
Der Kurs ist grob in vier Teile gegliedert. Zunächst werden verschiedene Brühsysteme vorgestellt, neben dem Porzellanfilter beispielsweise die French sowie die Aero Press. Dem Thema der Sensorik des Kaffees nähert man sich durch eine Kaffeeverkostung, im Fachjargon Cupping genannt. Bis es dann im letzten Schritt darum geht, selbst Kaffee zu brühen und etwaige Fehler durch zu heißes Wasser oder zu schnelles Aufgießen, aufzuspüren. Sicher hatte ich mir in den letzten Jahren viel Wissen angelesen, doch hilft ein Kurs mit anderen Kaffeebegeisterten, die eigenen Gedanken nochmal neu zu sortieren und eigene Fehler zu finden.
|Homebrewing Schritt für Schritt erklärt|
|Selbsterprobung|
Durch die wenigen Teilnehmer war der Kurs wundervoll übersichtlich und zu jedem Moment Zeit Fragen zu stellen und sich auch untereinander auszutauschen. Alle Fragen werden an diesem Abend schon einmal grundlegend beantwortet. Alles was dann noch unbeantwortet in den Köpfen schwirrt, wird von den Kaffeeexperten auch nach dem Kurs noch bereitwillig beantwortet.
Solch ein Kurs mag auf Außenstehende nerdig wirken. Wer stellt sich schon morgens schlaftrunken in die Küche, mahlt seine Kaffeebohnen und wiegt neben dem Kaffeemehl auch noch das Wasser ab? Wer allerdings einmal tief in die Materie des Kaffees eindringen möchte und sich dem vollen Aroma hingeben mag, dem sei ein Homebrewing-Kurs wärmstens empfohlen. Vor allem ist es interessant zu sehen, wie sehr sich der eigene Geschmackssinn im Laufe des Abends auf die unterschiedlichsten Kaffeearomen einlässt. Wem obendrein noch der Gedanke der Nachhaltigkeit und des direkten Imports ohne Zwischenhändler gefällt, sollte sich einen solchen Kurs und den dazugehörigen Kaffee nicht entgehen lassen. Unter dem Schlagwort Kaffeeschulung + Ort könnt ihr Kurse dieser Art in eurer Nähe ergoogeln.

Habt es gut!

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