23 Mai 2016

No Blog-Content available..

Du klickst durch deine Blogroll und fragst dich nach wenigen Minuten, was da los ist oder besser, warum da nichts mehr los ist. Klar gibt es die üblichen 'Verdächtigen' mit Blumen, Kindern (nein, ich hasse sie nicht!), Torte und Möbeln, aber wo ist bitte der Inhalt geblieben, der sonst in Zeiten der digitalen Übersättigung zum Nachdenken angeregt hat? Die Ersten schreien schon wieder "Guck doch dich an, außer Blumen und DIY findet man hier auch nix mehr!" Weiß ich, steh ich zu, scheint sich mit diesem Post ja aber auch wieder zu geben. Gibt auch manchmal Content im Leben, der nicht hierher gehört, vielleicht hab ich auch einfach zu wenige Veranstaltungen zum "richtigen Storytelling" besucht und manch anderes Mal fühlt man sich vom Blogpostallerlei da draußen auch so mitgezogen, dass man sich fragt, ob man da mit kritischen Worten nicht wieder auf den Slips der Blingblingblogger tritt. [Manche Mail, die man nach solchen Posts bekommt, sollte man eigentlich mal veröffentlichen.]

Es gibt dann aber auch jene, die sich den Hintern plattsitzen, auf den Punkt aus dem Herzen schreiben und einfach immer anecken, ohne dass sich jemand angesprochen fühlt zu eskalieren. Vermutlich, weil bei Konsumthemen und Co ein jeder sich ertappt fühlt und gleichzeitig vielleicht den ein oder anderen Tipp zur Nachhaltigkeitsrehabilitation annimmt. Gut so. Nur fragt man sich dann, wieso auch dort seit langer Zeit nicht viel passiert. Laufen Apps wie Instagram und Snapchat etwa den Blogs den Rang ab? Technische Gadgets, bei denen du einerseits den Onlinern nun persönlich begegnen kannst und bei den anderen durch hübsche Bilder scrollen kannst. Für manch einen verkommt Instagram zur langweiligen Hausfrauen- und Teeniemädchenbespaßung, für den anderen scheint es Tagesinhalt. Bei Snapchat gehts den anderen vieeel zu weit und könnte ja doch zu sehr ins Private greifen. Obwohl auch hier der Nutzer bestimmt, was über die Displays der Follower geht. Und da ist es wieder, das Unwort des Jahres - Follower. Menschen, die einem folgen, weil sie mögen was sie sehen oder auch nicht. Die, die das Ganze tragen und doch nur zu einer Zahl verkommen. Besser aber noch jene, denen gefolgt wird und die auf jeder Zusammenkunft mit Non-Onlinern nochmal betonen, wie viele Follower sie denn nun wo haben. Kennt ihr diesen Moment auf Parties, wo selbst der stärkste Schnaps nicht mehr hilft? Nun fragte ich mich mit Onlinemenschen auf keiner Party, sondern einfach so tagsüber, wieso die Blogger kaum mehr auf dem Medium Blog, dafür aber überall sonst zu sehen sind. Rückbindung an den Blog ist aber meist Null, denn entweder findet man bei IG mehr Inhalte als in allen Blogposts zusammen - geht ja auch schneller!! - oder es wird gar nicht auf den Blog, das eigentliche Hauptmedium verwiesen. Oder wir wären wieder bei der Eingangsituation, den üblichen Verdächtigen.

Wie geht es euch damit? Glaubt ihr, dass bestimmte Social Media Kanäle Blogs den Rang ablaufen können? Sind umfangreiche Inhalte noch gefragt oder zählt eurer Meinung nach das hundertste Standardkaktusbild inklusive pseudo-rhetorischer-Frage auf Instagram, bei dem die Massen "Ahh und Ohh" schreien, mittlerweile mehr? Ging es vielen nicht mal um nachvollziehbaren Traffic statt dem tausendsten gekauften Like? Irgendwie schwingt da irgendwo so etwas wie Hoffnung mit, dass bald wieder Inhalte folgen und nicht nur repostete Reposts von dem, was schon letztes Jahr in der Bloglandschaft zu lesen war oder bei was nebenbei bei Pinterest aufgeschnappt wurde. Es wirkt wie ein kleiner Aufschrei und das ist es auch.

Habt es gut!

PS: Warnung, dieser Blogpost enthält Kritik und tadaa Selbstkritik.

Kommentare:

  1. Ich bin das beste Gegenbeispiel ( auch wenn Eigenlob stinkt): Ich bin weder bei Instagram noch Facebook, schreibe nach wie vor zu Raif Badawi, Saudi -Arabien, Islam, Menschenrechte, verfasse jeden Donnerstag einen Post über eine großartige Frau und gebe auch sonst mal gerne meinen Senf zum besten - und meine Besucherzahlen steigen. Vielleicht nicht bei Nähbloggerinnen, nicht bei den Thirtysomethings, nicht bei den Hochglanzbloggern, aber offensichtlich bei vielen andern. Geht also doch noch, kommt nur drauf an, das man authentisch bleibt und nicht jedem Hype hinterherhechelt...
    Komm mal vorbei!
    LG
    Astrid

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    1. Und aus diesem Grunde lese ich bei dir so gern mit. Übrigens die ganze Zeit im Hinterkopf Raif Badawi und die starken Frauen - ja, du bist der Gegenbeweiß und gleichzeitig der Beweis, dass der Blog als Hauptmedium so wichtig ist!

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  2. da kann ich astrid nur voll zustimmen! obwohl ich gerne bei instagram das ein oder andere bild zeige, ist der blog mein hauptmedium. aber ich mag nicht bei jedem instabild auf meinen blog verweisen, das finde ich aufdringlich und mache es nur manchmal, wenn mir mehr inhalt wichtig ist und ich einen neuen post zu einem thema habe. ansonsten kann ich gut auf diese hochglanzwerbewohnundfoodblogs verzichten, die gerne kasse machen wollen und nur deshalb posten. erfreulicherweise gibt es noch so viele andere, die ich sehr gern lese und ich entdecke auch immer mal wieder den ein oder anderen neuen. mit freude!
    liebe grüße, mano

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    1. Hochglanzwerbewohnundfoodblogs wurde direkt eingespeichert ;) Du weißt genau wovon ich schreibe. Diese ewig identischen Bilder aus verschiedenen Perspektiven und ohne große Kreativität. Und das Schönste an den Blogs ist und bleibt doch die Tatsache, dass man viel mehr "Medium" zur Verfügung hat, um sich auszudrücken :)

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  3. Ich gestehe: Insta und FB sind mir einfach zu schnell, zu oberflächlich, zu wirr. Hab grad letzte Woche mein FB-Konto gelöscht- das ging mir alles einfach auf die Nerven. Auch wenn ich auf meinem Blog nicht nur tiefschürfende Themen zum Besten gebe und auch mal selbstgeklöppelte Kissen oder zum 100. Mal meine Ponys und Mietzchen zeige, so mag ich halt einfach doch auch sehr gerne ausführlicher über ein "ernsteres" Thema schreiben. Und über Dinge, die mir am Herzen liegen und die ich unter die geneigte Leserschaft bringen möchte.
    Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich in den letzten Jahren doch ein schönes Grüppchen äusserst treue Leser/innen um mich scharen konnte, die sich immer wieder auf meinem Blog tummeln und mich mit ihren tollen Kommentaren erfreuen. Daraus haben sich wirklich schöne virtuelle Beziehungen und z.T. sogar welche im wahren Leben ergeben! ;oD
    Ich nehme mir auch heraus meine, und nur meine eigene, Meinung zum Besten zu geben und werde ganz bestimmt nie nach dem Wetterfähnchen schreiben, nur damit ich ja bei niemandem anecke. Das ist auch im "normalen" Leben nicht meine Art. Und ich werde einen Teufel tun, irgendwelche seltsamen Dinge anzustellen, nur um meine Leserzahlen nach oben zu lenken.
    Und persönlich lese ich inzwischen eigentlich nur noch die Blogs von den Menschen, die authentisch geblieben sind, die sich nicht verbiegen lassen. Menschen, die was zu sagen haben und sich nicht darum kümmern, dass das andern in den falschen Hals kommen könnte....
    Und Kritik finde ich sehr positiv, wenn sie in freundlichem Ton an die Frau / den Mann gebracht wird! ;oD
    Hab einen schönen Abend noch, ganz herzliche Grüsse!

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    1. Weißt du was ich so gern mag? Wenn man eben genau das zeigt, was einen selbst berührt, was nicht für irgendwelche Kooperationen unbedingt auf den Blog gezwängt werden musste und irgendwie frei wirkt. Da ist dann egal, ob - wie ich grad bei Mano über dir schrieb - es immer wieder ähnliche Szenarien und Bilder sind. Denn da sieht man, dass sie aus dem besonderen Moment entstanden sind, ganz ohne Zeitplan und Contentzwang. Es ist eben die Frage ob man sich selbst gern (bis zu einem gewissen Level) als man selbst gibt oder ob man eine Figur darstellt, die eben gut in die heutige Welt passt, der Menschen nacheifern wollen oder deren angepriesene Produkte sie kaufen.
      Ich lese weiterhin bei dir, weil man eben einfach auch abschalten kann und nicht dem Duellierwahnsinn der Bloglandschaft nachgeben muss ;)

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  4. so ist das halt, wenn man immer noch frei und ohne muß dahinter bloggt. da kommt einen auch schon einmal das privatleben dazwischen. dann gibt es eben weniger zu lesen oder eben auch mal gar nichts. das entscheidet dann jeder für sich wann und wie er wieder einsteigt. genau so finde ich das aber auch in ordnung. ob man sich für den follower verbiegen möchte, soll jeder für sich entscheiden. bei mir ist das bloggen eher eine spontane lust. ich schaue sehr häufig auf meine fotos und dann fällt mir ein post dazu ein (oder eben nicht). das sind dann blumen oder der mops oder eine reise. wenn es mir gefällt, dann stelle ich es auch meiner kleinen followergemeinde vor. ich freue mich natürlich über kommentare, bin selber aber auch nicht die, die überall kommentieren muß. deswegen nagel ich auch niemanden darauf fest. statistiken schaue ich mir hin und wieder an, mache aber nicht mein postverhalten davon abhängig. facebook nutze ich ausschließlich nur im bekanntenkreis und privat. den blog von astrid lese ich deswegen so gerne, weil man das gefühl bekommt den menschen dahinter ein wenig kennen zu lernen. bei ihr sind information und privates fließend und in richtigen maß geteilt. genau das mag ich auf einem blog. liebe grüße, sabine

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    1. Genau wie du es schreibst, denke ich sehr sehr oft! Wann hat das alles angefangen? Dieses sich abhängig machen und auf die Gewerblichkeit gerichtet schreiben? Ich denke genau wie du, dass der Mensch dahinter wichtig ist. Natürlich helfen Social Media Kanäle da schnell die Distanz zu vermindern, doch sieht man den Kern bzw. den Kern den man preisgibt doch erst auf den Zeilen im Blog. :)

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  5. Schwierige Frage liebste Franse. Ich habe irgendwie immer seltener das Bedürfnis, bei Instagram zu posten. Es ging mir auf die Nerven bei jedem Kaffee auf dem Balkon, jedem Frühstück, jeder neuen Pflanze oder Blumenstrauß alles erstmal zu arrangieren und für Ig zu fotografieren. Vor allem wenn der Mister dabei ist. "Halt, noch nicht trinken. Erst ein Foto." Und was ist eigentlich dieses Snapchat?
    Bei kritischen Inhalten stellt sich mir immer die Frage, wofür man seinen Blog schreibt. Möchte man inspirieren? Zum Nachdenken anregen? Kritische Auseinandersetzung? Oder möchte man einfach zeigen, was man so macht, auch wenn es harmlose DIY sind? Ich habe es dir ja schon einmal geschrieben, ich lese oft um mich zu entspannen. Da sind tatsächlich Posts mit schönen Bildern am geeignetsten. Aber dann und wann mag ich es auch, mich selbst oder mein Handeln kritisch zu hinterfragen und durch andere Blogger auf Missstände aufmerksam gemacht zu werden. Die Mischung macht's hm? Warum aber nun der Blog vieler stiller wird, kann ich dir nicht sagen.
    Liebste Grüße
    Eva

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    1. Ohhh, dieses Thema des ewig identischen Contents haben wir grad am Blogstammtisch angerissen. Einfach weil es anstrengt, zeigt wie einfältig wir doch geworden sind und wie sehr es die einfachen Massen doch mitreißt. Snapchat sah ich bis vor einiger Zeit als ein wenig authentischer, doch wenn man sich anguckt, dass auch dort die Regeln der "guten Erzählkunst" in kurze Videosequenzen gepackt werden, die nach 24 Stunden gelöscht werden, frage ich mich, ob da irgendwann noch viel von der Authentizität übrig bleibt.
      Für mich hat sich die Frage übrigens nicht gestellt, weil ich keine schön bebilderten DIY-Posts mag, sondern weil viele derer die auch über das Leben und alles andere schwadronierten, nun in den ewigen Jagdgründen der Bloggosphäre verschwunden sind. Schade irgendwie. Dass dafür nun halt nur noch "schöner" Inhalt vermittelt wird, ist wie ich finde der unschöne Weg ;)

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  6. Hm, da muss ich mich wohl auch ertappt fühlen.
    Wobei mein Blog schon immer ruhigere Zeiten hatte, facebook nutze ich fast ausschließlich privat (und verteidige es als Uni-Tool aus tiefstem Herzen gegen alle Daten-Paranoia) und Instagram ist wie du schreibst das schnelle Ding - bei mir aber auch eher privat.

    Vielleicht ist der große Blog-Hype vorbei, vielleicht werden auch viele Blogger müde, sich zwischen der immer größeren Masse an tollen Blogs noch hervorheben zu wollen und greifen auf die schellen, einfachen Alternativen zurück.

    Aber ganz ehrlich... ich weiß gar nicht, ob mich das wirklich stört. Ich habe heute einfach viel weniger Zeit als in den Bachelor-Jahren und finde es schön, zwischendurch ein bisschen schönen oder kreativen Input zu bekommen. Ein bisschen. Snapchat möchte ich gar nicht anfangen, instagram genügt mir völlig.
    Vielleicht muss man manche Veränderungen einfach hinnehmen?

    Solange du es aber schaffst, diese Themen aufzugreifen, zu denen jeder was sagen möchte, brauchst du dich wohl nicht in Selbstkritik üben...

    Sonnige Grüße,
    Vera

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    1. Es sind ganz klar die Veränderungen. Dauerte der Niedergang mancher sozialen Kanäle etliche Jahre, geht so manches Ding innerhalb kurzer Zeit wieder unter. Das scheint genau dier Anti-IG-Pro-Snapchat-Effekt zu sein. Ich steh da ganz bei dir, finde aber ehrlich gesagt die Massenblogs (jaahaa, wir wohnen alle und das ist auch schön so ;)) auch eher austauschbar als wirklich lesenswert. Meist greife ich drauf zurück, wenn die Langeweile schon schneidbar ist. Du weißt wie sehr ich allerdings die Mischung aus dem kreativen Input und dem persönlichen Touch mag ;)
      Vielleicht sollte ich mir deine Worte zu Herzen nehmen und die Selbstkritik beiseite schieben :)

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  7. Ich benutze Instagram eigentlich gar nicht mehr. Mir ist das irgendwann zu langweilig geworden - immer die gleichen perfekten Bilder. Seit ich Mutter bin, lese ich auch nicht mehr so viel wie früher und wenn dann auch lieber etwas mit Tiefgang. Facebook nutze ich nach wie vor intensiv, weil ich dort eindach alles gebündelt präsentiert bekomme, was mich interessiert.
    (Du bekommst fiese Mails, echt? Die würde ich wirklich gerne mal sehen!)

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    1. Die Mails speichere ich sogar unter "besorgte Blogger" im Gmailkonto ab ;) Wenn man die öffentlich zeigen würde, wäre so manches hart aufgebaute Onlineimage beschadet und das mag keiner. Bei Instagram bin ich auch oft ermüdet von der Tristesse der Wiederholung. Ich sehe nichts Neues mehr, was irgendwie auch schlimm zu sehen ist. Da fühlt man sich wie ein Social-Media-Junkie, dem das vorhandene nicht mehr reicht. Deswegen bin ich ja auch so ein Naturausgleichsmensch geworden, um jegliche dummen Menschen und bunten Bilder wie ein Vogelzwitschern vorbeirauschen zu lassen.

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  8. Bin gerade durch die Facebook Gruppe der Norden bloggt auf deinen Blog gestoßen! Finde deinen Inhalt total spannend, auch die Kommentare dazu. Ich denke, dass man sich wie mit vielem, von anderen Dingen inspirieren lässt, aber man sollte immer noch den Inhalt produzieren, der einem am meisten Spaß macht und nur dann werden Posts auch gut und spannend!

    xx, rebecca
    awayinparadise.blogspot.de

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  9. Liebe Franse, immer wieder schön solch kritische Zeilen bei Dir zu lesen. Auch wenn die Frage nach der Existenz der Blogs mittlerweile auch immer häufiger zu lesen ist und damit auch irgendwie langsam zu einem sich wiederholenden medialen Hotspot tendiert, bin ich ja immer der Meinung, jedem das Seine. Böse Mails sind blöd und irgendwie nicht nachvollziehbar. Sicher ist, das Instagram schnell ist und auch schneller geht. Seit dem ich wieder eine Pause mache und in Elternzeit bin, ist die Zeit da, zum Bloggen (nach meinem Tempo), zum instagramen und noch viel mehr. Aber das ist nicht immer so. Und dann finde ich es super und es passt mir gut, wenn Blogger auf Instagram einen Hinweis auf einen Post geben. Ich muss dann nicht viel hin und her gucken, habe eine gute Mischung aus allem und hüpfe bei interessanten Hinweisen auf den Blog. Verstehst Du was ich meine?

    Blogs sterben sicherlich nicht aus. Aber sie kriegen Konkurrenz und liegt es nicht auch an uns, was wir machen aus den Blogs? Und aus unseren ganzen anderen Profilen?

    Sei lieb gegrüßt! Schirin

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Danke und Ahoi!