15 Oktober 2017

Oslo fürs Herz...

Manche Städte sind es wert immer wieder aufs Neue entdeckt zu werden. Oslo ist eine davon. Im April diesen Jahres mit den letzten Schneeflocken, ging es im Oktober noch einmal - im feinstem güldenen Herbst - über das Meer ins Land der Fjorde. Sich treiben lassen. Ganz allein mit mir, keinen konkreten Plänen und dem Ziel entspannt zu reisen.
  
Mit dem Schiff ging es über das Meer, die Wellen kreuzend, gen Oslo.
 
Das Schöne an der Überfahrt ist sicherlich die weite der Ostsee, vorbei an Dänemark und Schweden, über die offene See. Am frühen Morgen der erste Blick auf den Oslofjord, noch in der Dämmerung und vor allem in vollkommener Ruhe. Diese Passage strahlt so viel Ruhe und Kraft aus, dass ich selbst Monate später in stressigen Momenten eine Art Anker habe, der mich gedanklich genau dorthin führt. 
    
  
Wer Oslo erreicht wird merken, dass hier der bauliche Wandel alltäglich ist. Neue Stadtteile, wie Aker Brygge, entstehen und an vielen anderen Orten der Stadt ist der erhaltende Bauboom sichtbar. Was sofort auffällt ist die konsequente Mischung der alten, kunstvollen Architektur, gepaart mit der Moderne und dem Design, für welches Skandinavien so berühmt ist. Die kurzen Wege mit Blickachsen, die immer wieder hin zu wolkenumsäumten Bergketten führen und eine unglaubliche Gelassenheit, lassen einen direkt ins Osloer Leben eintauchen. 
  
Wer Oslo erleben will, der sollte sich für Sneaker entscheiden und die Stadt per Pedes erkunden. Sich ganz einfach leiten lassen und immer der Nase nach, die schönsten Nachbarschaften, Cafés und Geschäfte dicht an dicht vor sich ausgebreitet vorfinden. Sehr empfehlen kann ich zum Beispiel den Weg durch den Schlosspark, den Hedgehausveien hinauf Richtung Majorstuen. Dort wechseln sich die bekannten Ketten mit kleinen, oft auch handwerklichen Geschäften ab. Einen Schlenker durch Seitenstraßen sollte man ruhig machen, da sich hier die wahren Perlen befinden und das typische Osloflair noch schneller aufkommt.
  
  
  
Oslo lässt sich ganz sicher innerhalb eines Tages erkunden, jedoch kommt das große Ganze dann viel zu kurz. Leider wird der Stadt immer nachgesagt, dass sie unglaublich teuer ist, aber für eine Übernachtung in wirklich modernen Hotels zahlt ihr kaum mehr als in Hamburg oder Berlin in weniger zentraler Lage. Hotelketten wie Scandic oder Thon [keine Werbeprostitution, sondern eigene Erfahrung] haben in direkter Stadtmitte unzählige schöne Häuser.   
Für mich ging es z.B. direkt in die Nebenstraße der Karl Johan Gate, der Prachtstraße Oslos. Nach wenigen Schritten befindet man sich zur einen Seite im tiefsten Shoppingtrubel und zur anderen Seite im kulturellen Zentrum aus Museen und Galerien.  
   
 
  
  
  
 
Um sich dem touristischen Trubel ein wenig zu entziehen, sollte man das direkte Zentrum jedoch meiden. Ob nun der Forgnerparken mit den riesigen Skulpturen des Bildhauers Vigeland oder das Schloss, man ist meist umzingelt von lauten Menschengruppen und sollte sich vor Selfiesticks in Acht nehmen. Aus diesem Grunde ist ein Bummel durch die bunte Nachbarschaft von St. Hanshaugen, Aker Kirke und Grünerløkka absolut empfehlenswert und macht wirklich gute Laune.
  
  
Für den Lukullus unter euch gibt es in der Vulkan Mathallen neben Restaurants und Cafés, Marktstände mit unzähligen Köstlichkeiten. Das Vulkangelände, direkt am Fluss Akerselva ist auch architektonisch ein kleiner Lichtblick. Man könnte von Bauharmonie sprechen. 
Sich durch die Straßen von Grünerløkka zu winden, lohnt sich meist doppelt. Alte Gebäude und die verschiedenen, vor allem künstlerischen Fakultäten der Osloer Universität, finden sich verteilt in der gesamten Nachbarschaft. Treiben lassen und mit offenen Augen das Stadtbild genießen. Mehr braucht es nicht, da man egal wo, immer etwas Schönes findet. 
  
Nur per Zufall bin ich auf das Zentrum des 22.Juli im Regierungsviertel gestoßen und habe mich dort mit dem Attentat durch den Rechtsterroristen Breivik beschäftigt. Am Ort des Attentats die Zusammenhänge verstehen und zu sehen, dass dem Attentäter selbst kein "Raum" eingeräumt wird und vor dem Ausstellungsgebäude selbst, der normale Alltag der Osloer Kinder stattfindet. Zum Ausgleich lohnt sich der Weg in den Botanischen Garten. Durchatmen und den Herbst aufsaugen. Obendrein das Architekturmuseum und der Tipp, dass viele Museen, wie auch die Nationalgalerie, am Donnerstag kostenfrei sind.
 
  
   
Ting   |   Paleet 
  
Pust Kaffebar   |   Nord Bakeri
   
Morgens am Hafen gibt es ab 7 Uhr frischen Fisch vom Kutter. Selbstverständlich mit dem goldenen Glitzern der Häuser am Fjord und der aufgehenden Sonne im Hintergrund.
Die Oper ist einer dieser hochfrequentierten Plätze der Stadt, doch im Moment des Sonnenuntergangs, sollte man diese friedliche Stimmung einfach genießen und realisieren, dass man in einer der schönsten Städte dieser Erde ist. Zufriedenheitsgarant pur!
Mit einer Schwemme an Bildern hoffe ich euch nicht überfordert zu haben und kann einfach nur sagen, dass auch ohne die genaue Angabe aller Shops, die es zu besuchen lohnt, eine Reise nach Oslo für euch wunderschön werden wird. Zumal ihr den üblichen Instagram-Design-Schnickschnack in jedem zweiten Geschäft findet und der Überfluss euch womöglich auch schnell zuviel werden könnte. Oslo ist die Stadt der Entschleunigung, der vielen Impressionen, des Schicks und der Bodenständigkeit. Eingebettet in eine traumhafte Fjordlandschaft, hegt sich in mir schon jetzt wieder diese tiefe Sehnsucht zurückzukehren. Kennt ihr dieses Gefühl?
Habt es schön!


Kommentare:

  1. Ich kenne die Stadt nur im Winter ( mit öffentlicher Eisbahn auf der Karl Johan Gate ). Ob ich es noch mal im Frühjahr/Sommer schaffe? Eine Kreuzfahrt auf dem Mare balticum war ja immer mal angedacht. Gut, dass du das alles in jungen Jahren unternimmst. Irgendwann ist es zu spät.
    GLG
    Astrid

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  2. Ja, du triffst es auf den Punkt. Oslo zu lieben fällt nicht schwer!

    Liebe Grüße aus dem Bergischen
    Sarah

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Danke und Ahoi!